VERHEERER - Monolith

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VÖ: 04.10.2019
Bandinfo: VERHEERER
Genre: Black Metal
Label: Vendetta Records
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Lineup  |  Trackliste

Bis die Flensburger Black Metaller VERHEERER erstmals auf sich aufmerksam machten, zogen zunächst sieben Jahre ins Land. Doch wie es scheint, nahm die Verheerung spätestens seit der ersten EP "Archar" (2015) an Fahrt auf. Das Debüt "Maltrér" erschien Anfang 2018, der Nachfolger "Monolith" folgte nach gerade einmal 21 Monaten quasi auf dem Fuße. Auf dem Weg zum Zweitwerk ist überdies aus dem Duo ein Quintett geworden - wie die Band dazu erklärt, lag der Schlüssel zum künstlerischen Kern des eigenen Schaffens in der Rekrutierung dreier neuer Bandmitglieder.

Das erklärte Ziel der Flensburger sollte es sein, die reine Quintessenz der Band zu isolieren und auf Tonträger zu bannen, was den Ur-VERHEERERN BST und SMN unter Einbeziehung der neuen Mitglieder LKS, KRZ und MYR (nach eigener Angabe) gelungen ist. Zu den markantesten Erkennungszeichen der monolithischen DNA zählt der erdige Sound, der auf moderne Spielereien verzichtet und weder zu garagenmäßig noch überproduziert klingt. BSTs Gesang hebt sich von dem seiner zahlreichen, verzerrungsanonymisierten Zeitgenossen ab und räumt der natürlichen Stimme größeren Raum ein. Seine Zeilen klingen desillusioniert, demoralisiert, fatalistisch, nihilistisch...wie das Resultat eines wahrlich tristen Tages, an dem sich der Neoimperialismus mit dem Klimawandel verbündete und zu allem Übel noch das Nudelwasser überkochte. Den klassischen, im Black Metal üblichen Corvus-Paarungsruf setzt der Frontmann sehr sparsam und akzentuiert ein - doch wenn er ihn anstimmt, weiß er damit zu überzeugen [...wenn der Rabe sich erbricht, es für gute Noten spricht!].

Passend zum klagenden Gesang bewegen sich VERHEERER instrumental in den atmosphärischen Gefilden der schwarzen Künste und zeigen mit ihren fesselnden Leads Parallelen zu den verbotenen Früchten aus Krakau ("Monolith", "The Fatalist"). "He Who Sowed The Poisoned Seeds", für mich neben "Serpent Grave" der Hit der Platte, integriert Einflüsse aus Heavy Metal bis Classic Rock und schafft damit einen erfrischenden CHAPEL OF DISEASE-Moment. Das langsame und beschwörend klingende "Theios Aner & Irrisio" folgt als das experimentellste Stück korrekterweise am Ende des Albums. Der Ausklang mit einer Spoken-Word-Passage ist keine üble Idee und gestaltet sich durch die stimmliche Varianz durchaus unterhaltsam - doch die zwei Minuten Geisterbahnmusik stehen eindeutig im Konflikt mit der Genfer Konvention.

Mit ihrem Konstrukt aus Sound, Stimme und der Verquickung verschiedener Stile bespielen VERHEERER eine eigene kleine Nische. Für bierernste BM-Verfechter dürften es dem Flensburger Gebräu an Biss mangeln, wohingegen Freunde polnischer Nebelkerzen stärkere adhäsive Wirkungen gewohnt sein dürften. Doch trotz gelegentlicher Längen belegen Songs wie "Monolith", "He Who Sowed The Poisoned Seeds" oder "Serpent Grave", dass im Hause VERHEERER vieles in die richtige Richtung geht.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (24.11.2019)

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