UNITYTX - Madboy

Artikel-Bild
VÖ: 25.09.2019
Bandinfo: UNITYTX
Genre: Crossover
Label: Pure Noise Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Spätestens als LIMP BIZKITs Gitarre 2012 am Nova Rock Festival geklaut wurde, wollte man doch gemeint haben, dass die Metal/ Hip Hop Crossover-Ära dann mal zu Ende ist. Denkste!


Im Falle vom in Dallas ansässigen Quartetts UNITYTX hat sich diese sogar noch ein bisschen weiterentwickelt. In ihrem Debut 'Madboy' mischen sie Thrash, Grunge, Hip Hop, Industrial und Hardcore zu einem musikalischen Zirkeltraining, das nach dem Anhören eine geballte Mischung von Erschöpfung und Euphorie hinterlässt. Und das nach ‚nur‘ acht Tracks und insgesamt kaum zwanzig Minuten Länge. Diese Minuten jedoch sind intensiv, dicht und spannungsgeladen; gefüllt mit Energie, Rage und Attitude. Schwere Gitarrenwände überrollen einen schon anfangs im Intro ‚Ruckus‘ – mit etwas über eine Minute Länge eine Vorgeschmack auf die zu erwartenden Dinge – und ‚Hail Mary‘, ein Thrash/Grunge-esker Mix, der selbst mich zum Headbangen verleitet. ‚60 Seconds (Wait)‘ dreht danach in eine völlig andere Richtung ab. Eine Momentaufnahme geprägt von einem (!) sich wiederholenden Bass-Ton und Drum Machine Effekten, über die Frontmann Jay Webster seine Lyrics rappt. ‚Cross Me‘ verfällt danach wieder in die gewohnte Schwere. Schwebende Synths tragen knurrende Gitarren und wechseln sich mit reduziertem Bass und Hi-Hat ab. Und Webster streckt gesanglich/rappenderweise den Mittelfinger dazu hoch. Das darauffolgende ‚Bang Shit‘ besinnt sich auf den Hip Hop zurück und erinnert im Zuge dessen ein wenig an die SPOOKS der frühen 2000er. ‚Piece Of Mind‘ schlägt mit seinen Tempowechseln, mit seinen Stilbrüchen und den daraus resultierenden Überraschungsmomenten mehr Haken als ein Kaninchen, das über die Felder gejagt wird. Es kommt einem vor, als höre man in diesen knapp dreieinhalb Minuten ganze drei Tracks, statt nur dem einen. ‚Better Dayz‘ kommt danach wie ein beruhigender warmer Sommerregen daher, schon fast ein bisschen – und darf man das in einem Heavyzine eigentlich sagen, ohne gelyncht zu werden? – wie R&B. Aber keine Angst; ‚IUSEDTOLOOKUP2U‘ spült mit seiner abschließenden Metal-Dusche allen verbleibenden Zucker wieder weg.


‚Madboy‘ beweist, dass Crossover nicht tot ist, sondern allerhöchstens nur ein Nickerchen gemacht hat. Trotz der verschiedenen Einflüsse und Ausreißern ist das Debut von UNITYTX stimmig und gut durchproduziert. Das Ziel, dass die Band und vor allem Jay Webster erreichen will, beschreibt er folgendermaßen: “I hope to create a culture for kids of all ethnicities. I want kids in the black community who grew up like me — who want to get into punk or heavy music but don’t feel comfortable because they’re not being represented — to know it’s possible. I want every single person who comes to our shows to feel free. If we can do that, everything else will work itself out.” Crossover! So muss das!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Betti Stewart (07.11.2019)

WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: Escape
ANZEIGE