VANDEN PLAS - The Ghost Xperiment-Awakening

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VÖ: 11.10.2019
Bandinfo: VANDEN PLAS
Genre: Progressive Metal
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Blickt man auf die Karriere der Prog-Metaller VANDEN PLAS aus Kaiserslautern unter Berücksichtigung ihres umfangreichen, teilweise grandiosen Portfolios, muss man sich zwangsläufig die Frage stellen, warum die Band seit ihrer Gründung im Jahr 1986 nicht den weltweiten Durchbruch geschafft hat, denn gemessen an der Qualität der Outputs konnte der kommerzielle Erfolg leider nicht wirklich Schritt halten.

Zwar gab es immer mal wieder Achtungserfolge der Combo um Frontmann Andy Kuntz, aber mehr als Platz 49 der Deutschen Albumcharts konnte man im Laufe der Bandgeschichte nicht verbuchen, obwohl die Anlagen allemal vorhanden sind und ein oder mehrere Plätze in der ewigen Bestenliste diverser Prog-Magazine an die teils mit epischen Stories gewürzten Juwelen der Band gehen, deren Konzeptalben auch gerne einmal mehrere Teile haben.

So auch das neueste, elfte Studiowerk „The Ghost Xperiment – Awakening“, das in ziemlich genau einem Jahr unter dem Titel „The Ghost Xperiment – Illumination“ seine Fortsetzung finden soll. Die Geschichte, die der Longplayer erzählt, basiert auf einem tatsächlich dokumentierten, paranormalen Experiment. Texter Andy Kuntz erzählt die Geschichte aus der Perspektive seiner fiktive Hauptperson Gideon Grace, der mithilfe diverser, metaphysischer Bücher, die von parapsychologischen Experimenten und Geheimlehren handeln, den Kampf gegen die Kreaturen der Dunkelheit aufzunehmen versucht, in dessen Verlauf er selbst in den Abgrund der Hölle schaut.

Das Album ist gespickt mit finsteren Gitarrenparts, die sich mit Passagen zuckersüßer Harmonien abwechseln und in dieser Form typisch für VANDEN PLAS sind. Vielschichtigkeit ist Trumpf, wobei die Band bei diesem Album eindeutig das Hauptaugenmerk auf den melodischen Aspekt legt, was der Scheibe deutlich mehr Zugänglichkeit verschafft, als dies bei früheren Werken der Fall war. Schon der Opener „Cold December Night“ schüttelt gleich mehrere Highlights aus dem Ärmel, denn neben dem schroff-metallischen Riff der Strophe gibt es hier einen extrem eingängigen Chorus, der von hohem Wiedererkennungs- und bestem Unterhaltungswert ist. Zudem beeindrucken virtuose Soloparts, die wieder zum Auftaktriff hinüberleiten, bevor ein epischer Part ansteht, der schließlich in ein bombastisches Finale mündet.

„The Phantoms Of Prends-Toi-Gardes“ phrasiert die Vibes des Auftaktknüllers gekonnt und gewinnt mit zunehmender Spieldauer an Wucht, bevor mit „Three Ghosts“ ein Neun-Minuten Epos ansteht, das alle Ingredienzen beinhaltet, die Prog-Metal auf höchstenmNiveau ausmachen. Hier wechseln sich balladeske, durch Piano instrumentierte Parts mit krachenden Metal-Riffs ab, während die Gesangslinien den Spagat zwischen Hooks und Härte grandios meistern.

Im Anschluss steigert sich die Sache nochmals. „ Devils´ Poetry“ besitzt einen genialen Kehrvers, der die typisch proglastige Strophe überraschend aufbricht, dazu grummelt der Bass teils geniale Lines dezent im Hintergrund, die dennoch wahrnehmbar sind und wunderbar passend verfangen.

„Fall From The Skies“ und „The Ghost Xperiment“ bilden den Abschluss des Longplayers. Während „Fall From The Skies“ erneut an der Zehn-Minuten-Marke kratzt, ohne je die Spannung zu verlieren, liefert „The Ghost Xperiment“ einen weiteren Hitaspiranten, dessen phänomenaler Chorus Ohrwurmcharakter hat und schon jetzt Appetit auf die Fortsetzung im kommenden Jahr macht.

FAZIT: Das neueste Album „The Ghost Xperiment - Awakening“ der Prog-Metaller VANDEN PLAS ist ein Meisterwerk, das mehrere Durchläufe benötigt, um sich in seiner ganzen Schönheit zu erschließen. Das Ergebnis ist von internationalem Format und manifestiert den Status der Band als Prog-Metal-Act von Weltklasse. Aus ungeklärter Ursache blieb VANDEN PLAS der ganz große Durchbruch bisher verwehrt, aber vor dem Hintergrund der Konsistenz des Werkes darf davon weiterhin geträumt werden – verdient wäre es allemal.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Stefan Haarmann (27.11.2019)

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