ZODIAC ASS - Where Injustice Turns Into Law

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VÖ: 19.10.2019
Bandinfo: ZODIAC ASS
Genre: Thrash Metal
Label: Refused Records
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Lineup  |  Trackliste

Die älteren Semester unter der geschätzten Leserschaft dürften sich noch an DÖF erinnern, die während der neuen Deutschen Welle mit "Codo" einen Hit gelandet haben und die Freundschaft zwischen Deutschland und Österreich gleich in den Bandnamen integriert haben. Bei ZODIAC ASS sind auch Mitglieder beider Länder am Start - nur mit dem DÖF-Sound von damals hat der Output von ZODIAC ASS nichts zu tun.

Das Quartett hat sich dem Thrash verschrieben. Laut eigenen Angaben beeinflusst von SEPULTURA, MACHINE HEAD, PANTERA, MEGADETH und Co. Man sieht bereits an dieser Liste, dass es die Jungs mit Genre-Grenzen oder gewissen Schubladen nicht so genau nehmen und durchaus über den Thrash-Tellerrand hinaus blicken.

Der Opener "Suicide Of Jesus Christ" ist ein wunderbarer Einstieg und zeigt einem gleich, womit man es zu tun an. Da werden keine Gefangenen gemacht und von Sekunde eins geht es bedingungslos nach vorn. Nach knapp 40 Sekunden zeigt auch Josef Altmann schon, wozu er an der Lead-Gitarre fähig ist. Macht Spaß und fährt einem in die Knochen. Was allerdings auch auffällt ist, dass dem Mix etwas mehr low-end gut getan hätte. Dann wären die brachialen Riffs und das Bass-Drum-Gewitter noch eindrucksvoller.

Track Nummer zwei legt wieder sehr ordentlich los und grooved sehr gut. Der MACHINE HEAD-Einfluss ist in manchen Passagen durchaus hörbar. Der Song bietet gegen Ende auch einen interessanten Twist, wenn plötzlich auf Deutsch gesungen wird. Passt wunderbar. Gern mehr davon auf den nächsten Alben.

Generell schafft es die Band gut, den Hörer bei der Stange zu halten. Die Thrash-Grundausrichtung ist zwar meist präsent, wird aber immer wieder durch interessante Ideen angereichert. Ihr hört in den ersten zehn Sekunden von "Slaves And Masters" doch auch ein wenig "Bleed" von MESHUGGAH, oder? Das Highlight dürfte wohl der mit 6:15 Minuten auch längste Song des Albums, "Under Angel Eyes", sein. Ein Groovemonster, in dem geschickt mit Tempowechseln der Spannungsbogen hoch gehalten wird.

Zum Abschluss werden mit "Bavaustrian Metalbrothers" nochmal der Metal und die gemeinsame Band abgefeiert. Ein würdiger Schlusspunkt zu einem wirklich gelungenen Album. Wo es noch Luft nach oben gibt sind die Vocals. Vor allem die zweistimmigen Parts harmonieren nicht immer einwandfrei und der Sound könnte noch kräftiger sein, um den Hörer auch daheim aus den Socken zu pusten.

Vor allem live kommen die Songs vom neuen ZODIAC ASS-Album mit Sicherheit sehr gut an und man kann gespannt sein, wie es mit den Jungs weitergeht. Die Thrash-Szene lebt auf jeden Fall.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Hans Unteregger (28.11.2019)

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