CATTLE DECAPITATION - Death Atlas

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VÖ: 29.11.2019
Bandinfo: CATTLE DECAPITATION
Genre: Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Just charteten CATTLE DECAPITATION mit "Death Atlas", schon kommt vom Metal-Zine eures Vertrauens die Besprechung dazu. Jetzt ist ein Charteinstieg nicht mehr so sensationell wie er in den 90ern gewesen wäre, aber schlechtreden will ich den Erfolg auch nicht! 

"The core concept of this record is humanity's insignificance despite what we've convinced ourselves"

In Zeiten in denen es normal ist, rechts außen zu sein, hauen die Westküstler mit einem fatalistischen Meisterwerk da rein, wo es eigentlich wirklich weh tun sollte. In Zeiten, in denen sich das Metal-Feuilleton nicht geniert, Bands, die auf eindeutig ausgerichteten Labels veröffentlichen, zuzugestehen, dass man das doch auch trennen kann und sich mit verschwörerischen Geschwurbelinterviews begnügt. In Zeiten, in denen Redaktionsmitglieder von ehemals wichtigen Magazinen alles, was nicht am ultrarechten Rand entglangschmirgelt als Linksfaschismus zu bezeichnen wäre es an der Zeit, die tatsächlichen Probleme anzupacken. Stattdessen wird der Metal immer reaktionärer und man sieht auf einschlägigen Konzerten in Ostdeutschland Langhaarige zuhauf und der Schwarzteeuntergrund ist nach wie vor von Gesinnungen unterwandert die bei mir projektilen Dauerreflux auslösen. What-Aboutism, Nazischwärmerei und Verschwörungsgekotze überall. 

Und parallel dazu geht der Planet den Bach runter.

So, wo war ich? Ach ja, wir werden alle sterben, relativ bald.

Fatalismus der ziemlich pragmatischen Art. Der Mensch steht sich selbst im Weg, steht dem Planeten im Weg, das Ende ist nicht mehr nur nah sondern deutlich sichtbar. Warum nicht ein derbes Stück Metall daraus schmieden? Warum nicht CATTLE DECAPITATION?

"In the grand scheme of things, our species is merely a fleeting thought."

Das Album schiebt, und das beinahe andauernd. Unterbrochen von ein paar Interludien gibt es sehr oft sehr deftig ins Kaugebälk. Wir haben es noch immer mit extremem Death Metal zu tun. Gesanglich ist Travis Ryan derzeit wohl locker unter den Top Drei im Genre anzusiedeln. Von üblem Röcheln bis zu etwas, das ich "Devin Townsend auf Pervitin" nennen möchte kann Travis alles und zeigt alles. Das dabei intelligente Inhalte transportiert werden ist ein nicht zu vernachlässigender Bonuspunkt. Hier wird nachgedacht und nicht jeder Dreck wiedergekäut, den man auf unzensuriert und ähnlichen Seite lesen kann. 

Das Schlagzeug ist ein weiterer Aufzeigepunkt. Geblaste vom feinsten, aber auch Grooves ohne Ende. Hier wird es einige Zeugler geben, die ihre Battery dem Sperrmüll übergeben.

CATTLE DECAPITATION spielen mittlerweile mit zwei Gitarristen. Das würde man allerdings nicht wirklich heraushören. Das Album hört sich als auf einen Klampfer zugeschnitten an. Da wäre mehr drinnen gewesen. Das gilt auch für den neuen Bassisten Oliver Pinard, bekannt unter Anderem von CRYPTOPSY. Leider wird sein Können auf "Death Atlas" nicht wirklich in die Auslage gestellt. Er spielt relativ herkömmliche Basslinien. Auch hier hätte man dem Instrument freien Lauf lassen können. Dann wären neben dem namensgebendem Monumentaltrack (mit Beteiligung von IGORRs Laure le Prunenec) möglicherweise noch weitere Hits dabei.

Die Scheibe ist dennoch gut, CATTLE DECAPITATION sind eine dieser Bands, die kein wirklich schlechtes Werk veröffentlichen können. 

Etwas risikofreudiger hätte man dennoch sein können.

 

 

 

 

 

"Bring Back The Plague"

 

"One Day Closer To The End Of The World"

 

"The Unerasable Past" - A Short Film by Wes Benscoter



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (19.12.2019)

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