INSOMNIUM - Heart Like a Grave

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VÖ: 04.10.2019
Bandinfo: INSOMNIUM
Genre: Melodic Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Die Finnen INSOMNIUM melden sich mit einem neuen Album namens "Heart Like A Grave" zurück. Das ist gleich doppelt schön, denn bei der Veröffentlichung des Vorgängerwerkes "Winter´s Gate" sprachen nicht wenige Skeptiker von einem "kommerziellen Selbstmord", da INSOMNIUM nur einen einzigen, überlangen Song auf das Album packten. Natürlich war das schwer fassbar, aber dennoch qualitativ überzeugend. Und jetzt kann man aufatmen: "Heart Like A Grave" ist ein reguläres Album geworden und klingt zudem quicklebendig. 

Obwohl Finnland bekannterweise über eine äußerst lebendige Metalszene verfügt, so war man historisch den Schweden im Death Metal-Genre deutlich unterlegen. Während man in Göteborg und Stockholm über heute noch legendäre Szenen verfügte, schienen sich Bands aus Finnland vermehrt auf diverse Subgenres zu verteilen. 
Doch diese "Unterlegenheit" gilt definitiv nicht für INSOMNIUM, die ihren Death Metal auf "typisch finnische" Art und Weise zelebrieren. Dieser Death Metal finnischer Prägung ist düster, melancholisch, mitunter aber auch sehr melodisch. Dabei kreiert man einen unverkennbaren Stil. Man scheut sich nicht einmal davor, Refrains und Klargesang zu inkludieren, was bei "Valediction" zu einem kleinen "Hit" gedeiht. Ja, Melodie und Death Metal passen sehr wohl zusammen. 

Generell setzt man nicht selten auf die Kraft der Refrains, wie man z.B. auch bei "Neverlast" oder dem mit schönen Gitarrenmelodien gespickten "Mute Is My Sorrow" nachhören kann. In den meisten Songs lässt sich der für INSOMNIUM typische Kontrast von Aggressivität und Atmosphäre erkennen. Aufbauend auf dieser Basis setzt man melodische Elemente entweder im Gesang oder bei den Gitarren ein, um den Songs eine unverkennbare Färbung zu geben. Ein weiteres, gerne genütztes Stilmittel sind akustische Intros wie zum Beispiel beim erhabenen "Heart Like A Grave" oder dem partiell fast schwarzmetallischen "Pale Morning Star". 

Wer auf melodischen und melancholischen Death Metal steht, der hat mit INSOMNIUM sowieso die Trumpfkarte gezogen und wird "Heart Like A Grave" lieben. Freunde der rasenden Zerstörung werden dieses Album wohl weniger schätzen, doch jene Hörer sind ganz einfach nicht die Zielgruppe von INSOMNIUM. Ganz ehrlich, der zweistimmige Klargesang von Ville Friman und Jani Liimatainen ist einfach zu schön, um ihn nicht zu schätzen. Zu bemängeln gibt es bei diesem Werk eigentlich nichts. Nur die vielzitierte "Weiterentwicklung" könnte man nennen. Aber dabei kann man sich die metallische Gretchenfrage stellen: Braucht man Weiterentwicklung oder ist nicht doch die Konstanz auf hohem Niveau das erstrebenswertere Ziel? Darauf habe ich keine Antwort, die Frage nach einer Kaufempfehlung lässt sich wiederum mit einem motivierten Kopfnicken bejahen. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (16.12.2019)

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