VERTHEBRAL - Abysmal Decay

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VÖ: 27.12.2019
Bandinfo: VERTHEBRAL
Genre: Death Metal
Label: Transcending Obscurity
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Im Death Metal redet alle Welt über Schweden, Elchtod, ENTOMBED und DISMEMBER - und dies nicht zu Unrecht, schließlich gelten die schwedische Szene und ihre Vorreiter als Blaupause für gefühlt Millionen oldschooliger Knüppelkombos rund um den Globus. Und wenn es mal weder um nordische Hirsche noch um Florida-Gemetzel geht, denkt man vermutlich zuerst an das brasilianische Flaggschiff KRISIUN. VERTHEBRAL aus Paraguay sind eine jener Bands, die man im Fahrwasser der letztgenannten Sparte verorten kann. Das Quartett ist seit 2013 aktiv und hat bisher die EP "Adultery Of Soul" (2015) und ihr Debütalbum "Regeneration" (2017) herausgebracht. Das Nachfolgewerk "Abysmal Decay" erscheint als bisher erster Langspieler via Transcending Obscurity Records und dürfte die Band damit einem breiteren Publikum zugänglich machen.

Der angedeutete Vergleich VERTHEBRALs mit dem brasilianischen Familienbetrieb trifft den Nagel indes auf den Kopf und lässt wenig Not für weitere Erklärungen. Wie ihre prominenten Nachbarn stürmt auch das Paraguay-Gespann mit rauchenden Colts an die Front und hinterlässt verbrannte Erde. Doublebass und Blastbeats dominieren das Metronom, die Riffs sind einfach und einprägsam und die Vocals werden aus dem tiefen Keller heraufgebrüllt. Darüber hinaus gibt es bis auf den sporadischen Einsatz der Akustikgitarre eigentlich nicht mehr viel zu berichten - zumindest nicht, wenn es um Hits, Hooks und Highlights geht.

Die Jungs verstehen ihr Handwerk, beherrschen ihre Instrumente und präsentieren ihre neue Platte in anständigem Sound - soviel kann man schon einmal auf der Haben-Seite vermerken. In puncto Songwriting hingegen gibt es Nachholbedarf, den man am Opener "Ancient Legion" oder wahlweise einem der anderen neun Songs festmachen kann. Der Stoff läuft einigermaßen gescheit rein, taugt für eine flotte runde Freiluftföhnen, ist aber leider genauso schnell wieder weg, wie er angeflogen kommt. Die Songs ähneln sich untereinander recht stark und servieren erschwerenderweise keinen einzigen Brecher, der von Anfang bis Ende begeistert - schade eigentlich, denn sonst wären es bei hinreichender Kongruenz gleich zehn Hits auf einmal. So allerdings wird der Spaß relativ schnell ermüdend, zudem klingt das Gebrüll von Fronter und Basser Christian Rojas ein wenig, als hätte der Gute blutige Halsschmerzen.

Zugegeben, dass die Leute in "The Art Of Perversion" gleich anfangen zu Wimmern und zu Weinen, ist andererseits übertrieben (und aus Hörersicht ein klares Skip-Kriterium), denn so schlimm steht es um VERTHEBRAL und "Abysmal Decay" auch wieder nicht. Spielen und produzieren können die Jungs aus Paraguay schon einmal - wenn sich hierzu noch ein aufregenderes und abwechslungsreicheres Songwriting gesellt, ist die Sache auf einem guten Weg. Die nächste Platte kommt bestimmt - neues Spiel, neues Glück!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (26.12.2019)

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