UNEVEN STRUCTURE - Paragon

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VÖ: 18.10.2019
Bandinfo: UNEVEN STRUCTURE
Genre: Progressive Metal
Label: Long Branch Records
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Lineup  |  Trackliste

Dass UNEVEN STRUCTURE Meister ihres Faches sind, war mir schon länger klar. Immerhin zählen sie nicht umsonst zu den Größen im Progressive-/Djent-Bereich. Dass sie sich mit ihrem dritten Streich "Paragon" selbst zu übertreffen wissen, hätte ich aber tatsächlich nicht gedacht. Nach dem experimentellen "La Partition" zeigen sich die Franzosen zwar nach wie vor vielschichtig und divers, aber doch zugänglicher und liefern nach zwei Jahren harter Arbeit ein wahres Meisterwerk ab.

"Magician" ist der Opener des Albums, ein verträumter Track, der sich Zeit lässt und auf das 51-minütige Wechselbad hinleitet. Der stete Aufbau und das Gipfeln mit den wunderbaren cleanen Vocals von Frontmann Matthieu Romarin wissen mich ab der ersten Sekunde zu verzaubern. Mit "Hero" kommt es dann schon zum ersten radikalen Stil- und Härtewechsel. Der Song verbindet erstmals die engelsgleichen cleanen Vocals mit harschen Growls. Romarin zeigt, wie wandelbar seine Stimme ist, während er von vielschichtigen Instrumentals begleitet wird. "Done with you today" ist man aber noch lange nicht, nahtlos gehen die abschließenden Growls in "Innocent" über, das ruhig und wieder mit Klargesang beginnt, aber ebenso einen schnellen Tempowechsel vollzieht und mit hochmelodischen Leads punktet.

Dieses Schema zieht sich durch das gesamte Album. Polyrhythmik und ein Großaufgebot an Melodik verbinden sich mit facettenreichen Vocals, hochmelodischer Drive wechselt sich stetig mit bitterbösen Growls und djentig-/progressiven Passagen ab. Alles wirkt wie aus einem Guss. Komplex, durchdacht, mitreißend. "Outlaw" und "Jester" bestechen mit Wahnsinns-Growls und der gewohnten UNEVEN STRUCTURE-Brachialität, aufgelockert wird etwa mit dem Zwischenstück "Explorer". Das Quartett beherrscht hörbar jedes nur erdenkliche Sound-Szenario. Das abschließende "Everyman" besticht mit MESHUGGAH-ähnlicher Dynamik. Gegen Ende setzen wieder die schon im Einstiegssong "Magician" zu hörenden Klavier-Klänge ein und so schließt sich der Kreis musikalischer Glanzleistung. Das Video dazu ist übrigens am diesjährigen Euroblast Festival aufgenommen worden, bei dem ich auch zugegen war. Findet mich jemand?

Fazit: "Paragon" bedeutet übersetzt "Vorbild", was auch in musikalischer Hinsicht absolut passt. Ein Progressive-Album, wie es sein soll: Vielschichtig und spannend, mit komplexen Verschachtelungen, gerne etwas ausufernder, dabei aber niemals langwierig. UNEVEN STRUCTURE wissen genau, was sie tun und sollten in keinem gut sortierten Djent-Regal fehlen.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (01.01.2020)

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