ANDY GILLION - Neverafter

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VÖ: 15.11.2019
Bandinfo: ANDY GILLION
Genre: Instrumental / Shred / Fusion
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

ANDY GILLION ist seines Zeichens Gitarrist und Songwriter bei den leider oft unterschätzten MORS PRINCIPIUM EST. Deren symphonischer Melodic Death Metal braucht sich vor Genregrößen wie WINTERSUN nicht verstecken, hat aber nie den gleichen Bekanntheitsgrad erlangt. Anscheinend ist dem guten Herrn Gillion jedenfalls langweilig (das letzte Album von MORS PRINCIPIUM EST ist mittlerweile auch schon zwei Jahre her, „Embers Of A Dying World“ wurde hier mit gemischten Gefühlen aufgenommen), und was macht ein Gitarrist der sich langweilt? Richtig, er bring ein Soloalbum heraus.

Das hört in diesem Fall auf den klingenden Namen „Neverafter“ (da ist sicher irgendwo ein fart joke drinnen…) und hat sogar so etwas wie ein Konzept: es geht um eine junge Dame namens Aria, die ihre Mutter verloren hat und jetzt auf der Suche nach einer verlorenen Melodie durch eine Traumwelt streift. Ist jetzt sicherlich kein Tolkien-Kaliber, aber eine ganz nette Story, die auch ansprechend und abwechslungsreich auf „Neverafter“ vertont wird.

Natürlich findet sich musikalisch auf dem Album ganz viel, was ohne große Abstriche auch auf einem MORS PRINCIPIUM EST-Album sein könnte: treibender Melodic Death Metal, symphonische Arrangements etc. Was hier im Vergleich noch dazu kommt, ist eine progressive Note, die (etwa bei „Hiraeth“ oder „Becoming The Dream“) auch mal für Abwechslung sorgt. Die meisten Songs sind aber, wie schon angesprochen, dem gepflegten symphonischen Melo Death zuzurechnen, und dass das Herr Gillion kann, zeigt er vor allem bei Tracks wie „Becoming The Nightmare“, „Black Lotus“, „Shards Of A Forgotten World“ und vor allem beim abschließenden Titeltrack, wo nochmal aus allen Rohren geschossen wird: Blastbeats, herrliche Gitarrenleads, symphonische Teile, Drumsolos usw. Dafür sind die zwischendurch eingeschobenen akustischen bzw. ruhigen Zwischenspiele (das Intro „Nocturne“, das von Christina Marie eingesungene „Aria“ oder auch „Lullaby“) aufgrund des ohnehin schon hohen Melodiegehalts der restlichen Tracks eher verzichtbar.

Insgesamt macht ANDY GILLION auf seinem ersten Soloalbum viel richtig, gerade die Songs die stark an seine Hauptband anklingen können begeistern, bei den restlichen Songs ist noch etwas Potential dabei. Vor allem im Vergleich mit Gitarristen wie JEFF LOOMIS (der auf „Skyless“ einen Gastbeitrag hat) fehlt dann ein bisschen das Außergewöhnliche und Unerwartete, das gerade bei hauptsächlich instrumentaler Musik den Unterschied ausmacht.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Luka (03.01.2020)

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