VISION DIVINE - When All Heroes Are Dead

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VÖ: 25.10.2019
Bandinfo: Vision Divine
Genre: Progressive Metal
Label: Scarlet Records
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Lineup  |  Trackliste

Etwas längere Zeit war es nun still um die Jungs von VISION DIVINE, doch das hatte unter anderem auch den guten Grund, dass der ein oder andere Besetzungswechsel stattgefunden hat. Prominent finden wir nun niemand Geringeren als Mike Terrana an den Drums vor und die Vocals übernimmt nun nicht der umtriebige Fabio Lione, sondern Ivan Giannini, der manchen eventuell durch DERDIAN schon bekannt ist. Ob die Wechsel dem musikalischen Schaffen geschadet haben oder ob "When All Heroes Are Dead" die relativ solide Diskografie der Italiener weiter aufwerten kann, das bringe ich euch nun näher.

Grundsätzlich lässt sich zu Anfang sagen, dass Ivan ein grandioser Sänger ist und seine Stimme dem Sound gut tut. Manch einer hat sich ja vielleicht auch ein stückweit sattgehört an Fabio Lione, der zeitweise echt überall zu hören war. Über Terranas Künste an den Drums muss ich wohl keine Worte verlieren. Das melodramatische Intro bietet keine Überraschungsmomente, sondern führt ganz easy ins Album ein, das mit dem Opener "The 26th Machine" einen tollen variablen Song zeigt, der gekonnte Melodiebögen in Szene setzt und einige Tempowechsel anstrebt. Gerade der euphorische Chorus reißt mit und weiß zumindest mich zu erreichen. "3 Men Walk On The Moon" gestaltet sich etwas komplexer und setzt voll auf die progressive Seite der Italiener. "Were I God" verschreibt sich wieder simpleren Strukturen und überzeugt vor allem mit der Gesangsleistung seitens Ivan, der eine sehr angenehme Stimmfarbe offenbart. Insgesamt ein Stück, das eine gute Balance zwischen Energie und Emotion findet. Der Titeltrack ist sicherlich eines der Highlights der Platte, integriert virtuose Gitarrenparts und strebt allgemein ein Tempo an, das mit fortschreitender Dauer immer weiter ansteigt. Die Strophen markieren noch die Ruhe vor dem Sturm und dann zieht die Nummer im epischen Chorus gut an. Die Ballade "While The Sun Is Turning Black" plätschert etwas belanglos vor sich hin und setzt zumindest in meinen Ohren kein Ausrufezeichen, wohingegen "The King Of The Sky" mehr oder minder auf Power Metal der alten Schule setzt. "300" schafft es am Ende leider nicht, mich zu packen, sondern verliert sich doch ein bisschen zu sehr in Belanglosigkeiten, obwohl die Truppe zuvor oft genug ein gutes Gespür für Melodien und frische Elemente bewiesen hat.

Kurzum: "When All Heroes Are Dead" Ist ein gelungenes Album, das hier und da etwas Zeit braucht, um zu funktionieren und dem etwas mehr Direktheit gut getan hätte, aber als Fan von progressivem Metal mit sehr melodischem Einschlag wird man hier dennoch glücklich und kann relativ bedenkenlos zugreifen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Sonata (03.01.2020)

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