METALITE - Biomechanicals

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VÖ: 25.10.2019
Bandinfo: METALITE
Genre: Melodic Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

In Schweden schickt man sich an, den (Melodic-)Power Metal zu revolutionieren, beziehungsweise zu modernisieren. Zumindest haben sich das METALITE auf die Fahnen geschrieben, die mit ihrem Debüt „Heroes In Time“ von sich reden machten. Auf durchaus kerniges Riffing und zuckersüße Melodien wurden treibende Elektro-Klänge gelegt und darüber thronte eine gefällige Damenstimme, die dem ganzen eine schwere Schlagseite in Richtung der ebenfalls aus Schweden stammenden AMARANTHE gab.

An diesem durchaus erfolgreichen Rezept halten METALITE auch auf ihrem zweiten Output „Biomechanicals“ fest, wenngleich sie auch das Gesicht an der Front ausgetauscht haben. Als die schlechteste Entscheidung stellt sich diese Tatsache nicht heraus, harmoniert die Stimme von Erica Ohlsson doch etwas besser mit der Musik, als das noch bei Emma Bensing der Fall war. Das etwas variablere Organ von Erica verleiht den Songs auf „Biomechanicals“ etwas mehr Tiefe und gleitet zu keiner Zeit in qietschige Tonlagen ab.

Leider rettet das das Album nicht ganz davor, über die gesamte Spielzeit gesehen ein wenig in Eintönigkeit zu versinken. Grundsätzlich ist es absolut nicht schlecht, was METALITE da kredenzen – große Melodiebögen, der eine oder andere fein geschliffene Ohrwurm und druckvolle, klare Produktion zeugen von handwerklich zweifelsfreiem Rüstzeug. Ganz können die Schweden bei ihrem Revolutionsfeldzug die stereotypischen Genremuster aber doch nicht abstreifen, sodass sich viele der Titel nach ein paar Umdrehungen relativ lautlos wieder aus dem Gedächtnis stehlen. Das liegt zu einem guten Teil an den zwar auf den ersten Blick frisch klingenden Elektro-Einflüssen aus dem 90er-Trance-Bereich, die leider öfters einmal relativ belanglos vor sich hin pluckern ohne wirkliche Akzente zu setzen, wie beispielsweise im treibenden „Warriors“. Im vielversprechenden Opener „Far From The Sancturay“, das gleich mit sehr präsentem Einsatz dieser elektronischen Elemente auf den Hörer zukommt, hat man das deutlich besser gelöst.

Das stampfende „Mind Of A Monster“ kann sich erstmals etwas mehr im Gehörgang festsetzen und „Social Butterflies“ kommt mit genau dem großen Refrain und den dramatischen Akzenten um die Ecke, die man sich auf „Biomechanicals“ öfter gewünscht hätte. Zum haltbarsten Ohrwurm des Albums entwickelt sich „Apocalypse“, das zwar insgesamt eher glatt wirkt, aber die Elemente von METALITE schlüssig zusammenführt und mit einem harmonischen und doch zwingenden Refrain krönt. In eine ähnliche Kerbe schlägt „Rise Of The Phoenix“, das zwar relativ vorhersehbar um die Ecke kommt, aber dank seines starken Refrains doch recht gut zünden kann. Ein paar NIGHTWISH-Referenzen verstecken sich schließlich noch im abschließenden „Victory Or Death“, dann ist nach einer guten Dreiviertelstunde Spielzeit Schicht im Schacht.

Zusammengefasst legen METALITE ein beachtliches Zweitwerk vor, das sich zwar über das wohlwollend aufgenommene Debüt schwingt, jedoch noch ein wenig an zu stereotypem und teils stark vorhersehbarem Songwriting zu knabbern hat. Von metallischer Revolution ist auf „Biomechanicals“ nur wenig zu sehen, da auch die präsente Einbindung von stark elektronischen Elementen keine ganz taufrische Idee ist und METALITE trotz hochklassigen Rüstzeugs (noch) im Mittelfeld melodischen Metals mitschwimmen. Trotz guter Ansätze und einem Plus an Ecken und Kanten im Vergleich zum Debüt, fehlt dieser gewisse kleine Faktor an Wiedererkennungswert, der den letzten Funken der Begeisterung zu entzünden vermag. Unterm Strich ist „Biomechanicals“ aber ein starkes Genre-Album für Freunde süßer Klänge mit weiblichen Vocals, die nicht gleich in überbordendem Kitsch ertrinken wollen.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (11.01.2020)

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