SPOIL ENGINE - Renaissance Noire

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VÖ: 15.11.2019
Bandinfo: SPOIL ENGINE
Genre: Melodic Death Metal
Label: Arising Empire
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

„Wir haben uns entschieden, die Vergangenheit ein für alle Mal hinter uns zu lassen und unsere Wut und Frustration zu nutzen, um daraus das härteste Album zu machen, das wir überhaupt machen könnten.“ (Steven ‘Gaze’ Sanders)

Das ist einmal eine Ansage, die man dem einzigen verbliebenen Gründungsmitglied von SPOIL ENGINE angesichts der turbulenten Zeiten, durch die die Benelux-Formation in den letzten Jahren gegangen ist, auch abnimmt. Das bedeutet aber auch, das sich SPOIL ENGINE noch weiter von ihren Hardcore-Wurzeln entfernen als bereits zuletzt, was vielleicht einigen Fans der ersten Stunde nicht so ganz schmecken könnte. Doch dafür werden zu gleichen Teilen aus Belgien und den Niederlanden stammenden Musiker vermutlich mit ihrer kernigen Mischung aus modern-melodischen Klängen und einem guten Schub deathigem Groove neue Hörerschichten erschließen – vor allem in der Gefolgschaft einer blauhaarigen Amazone dürfte man mit „Renaissance Noire“ fündig werden.

Die neu erstarkten Qualitäten der groß angelegt umformierten SPOIL ENGINE lassen sich vor allem auf ihre neue Frontfrau Iris Goessens zurückführen, die mit beeindruckender stimmlicher Variabilität durch das Programm führt. Von gar ein wenig bluesig angehauchten Clean Vocals im schleppenden „Golden Cage“ bis hin zu infernalischem Geschrei und derbem Gebrüll, das man gleich im fetten Opener „R!OT“ mit Nachdruck um die Ohren geblasen bekommt, zieht die Gesangslehrerin alle Register und weiß damit zu begeistern. Ob im schwerstens groovenden und mit einigen Hardcore-Einsprengseln versehenen „Medicine“, in den breitwandigen riffenden „Warzone“ und „No Flowers For A Pig“, oder dem zackigen, gar mit leichter Thrash-Duftnote einher kommenden „The Void“ - Iris singt, keift und brüllt sich mit enormer Selbstsicherheit durch die zehn durchwegs unterhaltsamen und abwechslungsreichen Titel.

Die schon nach wenigen Durchläufen vorzüglich mundende Mischung sorgt mit seinen vielen Variablen zwischen klassischer Melodic Death Breitwand-Epik und modern-melodischen Melodieläufen für hohen Entertainmentfaktor, während man mit bissigem Riffing zwischen harmonischen Passagen ordentlich aufs Maul bekommt. Am besten funktioniert das fraglos in „Hallow“, dessen Refrain sich richtig derb im Gehörgang festbeißen kann und mit Jeff Walker (CARCASS) noch einen zusätzlichen Wut-Bonus mitbringt und die gallige Stimmung schnell und wirkungsvoll eskalieren lässt.

SPOIL ENGINE fischen in vom metallischen Mainstream etwas entfernten Gewässern und bringen bekannte Elemente auf frische und pfiffige Weise zusammen. Das zündet vielleicht nicht gleich beim allerersten Durchgang, aber offenbart gerade dank der variablen Stimmleistung überraschende klangliche Tiefe. Ein paar richtig zwingende Titel, sowie eine breite Basis an starken Songs machen aus „Renaissance Noire“ ein überraschend starkes Scheibchen, das vielleicht noch Luft nach oben lässt, dem man aber man gerne öfter sein Ohr leiht.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (14.01.2020)

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