KIRRA - Redefine

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VÖ: 31.01.2020
Bandinfo: KIRRA
Genre: Alternative Metal
Label: Eclipse Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn man an Oklahoma denkt, fallen einem vielleicht zuerst Wagenkolonnen und Pioniere ein. Oder Ölfelder oder Chuck Norris (der dort geboren wurde). Oklahoma City zählt unter ihren illustren Töchtern und Söhnen nebst HINDER nun seit 2013 auch KIRRA. Von Anfang an Vollgas gebend, fing das Quartett an Material zu produzieren, das mit ihrem Debut 'Run Away' 2014 auf zahlreichen regionalen Gigs vorgestellt wurde. Über die folgenden Jahre gab es Touren als Support von SAVING ABEL, THE VEER UNION und SOIL, sowie einzelne Single Releases bevor KIRRAs  Sänger Jesse Williamson tragischerweise bei einem Autounfall ums Leben kam. Im April 2018 veröffentlichte die Band die letzte EP 'Fight Or Flight', die sie mit Jesse aufgenommen hatte. Im Sommer desselben Jahres fand KIRRA ihren neuen Lead Singer Gabriel Parson, dessen markante Stimme nun ihr neuestes Werk mitprägt. 'Redefine' wurde nach einer Tour als Support für SEVEN DUST und TREMONTI aufgenommen und wird am 31. Januar veröffentlicht.
Es enthält 17(!) Tracks und ist mit seiner über einstündigen Länge abwechslungsreich und an manchen Stellen überraschend. 'Redfine' ist keine leichte Kost. Weder vom Inhalt noch vom Sound her. Die Band scheut sich nicht, politische Themen aufzugreifen, die sie in Titeln wie 'Free' besingen und in ihren Tracks auch mit Sprechsamples von diversen Politikerreden unterlegen ('Huxley's Warning'). Auch der Zynismus von religiöser Geldmacherei wird ganz großartig im spannungsgeladenen, sowie krachenden 'Prophet' aufgegriffen. Parson shoutet und growlt sein Herz raus. Im Gegensatz dazu schlägt er wahrhaft zarte Töne an, wenn er psychische Störungen in Beziehungen besingt. 'I Didn't Know' ist ein zerbrechlich klingender Song, der mit schwebenden Gitarren und Streichereffekten die Lyrics klanglich wunderbar untermalt. Wie schon erwähnt: das Album überrascht hin und wieder. Sei es nun mit dem weiten Umfang von Parsons Gesang/ Shouting/ Growling oder den instrumentalen Intermezzos. Da wäre zum Beispiel der Einstieg 'Descent', der mit seinen siebenundvierzig Sekunden sludgy und schmutzig klingt. Im Gegensatz dazu gibt es  'Aszent' auf der zweiten Hälfte des Albums, der wiederum sphärisch und reduziert klingt. Ying und Yang. 'Brooding' ist ebenso perfekt tituliert. Es brodelt und wabert bedrohlich in diesem bass-/gitarrenschwangeren Instrumental-Track.


Man merkt, dass dieses Album aus dem tiefsten Inneren kommt, ohne sich in irgendeine Schublade drücken zu lassen. Es ist hart, heavy, intensiv, verkopft. Und dann ist es wieder leicht und sanft. Nichts, dass man mal 'eben so' nebenbei hört. Dazu sollte man sich Zeit nehmen.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Betti Stewart (27.01.2020)

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