MARK MORTON - Ether

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VÖ: 17.01.2020
Bandinfo: MARK MORTON
Genre: Groove Metal
Label: Rise Records
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Lineup  |  Trackliste

Als LAMB OF GOD-Gitarrist ist MARK MORTON einer der Besten seiner Zunft, sein zwischen Southern Rock und Groove Metal pendelndes Spiel ist immer wieder herrlich anzuhören. Abseits der Hauptband hat sich MARK MORTON vor kurzem mit seinem Solo-Debüt „Anesthetic“ selbst verwirklicht – die Mischung aus eher alternativem Rock und Metal-Riffs war abwechslungsreich und spannend, obwohl stilistisch und qualitativ zu LAMB OF GOD doch einiges fehlte.

Weniger als ein Jahr später ist wieder Solo-Material von MARK MORTON da: „Ether“ ist eine EP mit fünf Songs und illustren Gästen am Mikro, von Mark Morales (SONS OF TEXAS) über Lzzy Hale (HALESTORM), John Carbone (MOON TOOTH) und Howard Jones (ex-KILLSWITCH ENGAGE, jetzt LIGHT THE TORCH). Gute Voraussetzungen also – leider kann dann die EP die Erwartungen überhaupt nicht erfüllen.

Alle fünf Songs sind mehr oder weniger Balladen, verzerrte Gitarren kommen nur in Spurenelementen vor, während in Pathos nur so geschwelgt wird (siehe der Opener „All I Had To Lose“, wo Streicher und Akustik-Gitarre einen allzu sanften Teppich für Mark Morales legen und auf die Tränendrüse drücken). „The Fight“ und „Love My Enemy“ sind zumindest Halb-Balladen, wo der Druck zwischendurch auch mal höher wird, allerdings leidet „The Fight“ am halbgaren Alternative-Anstrich und „Love My Enemy“ an den cleanen Vocals von Howard Jones, wo man im ersten Moment den Tierschutzverein anrufen möchte, weil es so klingt als ob eine Katze böse gequält wird. „She Talks To Angels“ ist mit seinem Countryrock-LYNYRD SKYNYRD-Anstrich zumindest eine Abwechslung, mit den Licks und dem Fremdschäm-Text ist das aber wohl eher ein Thema für die ländlicheren Gegenden in den USA. Und „Black“ ist mit seiner weinerlichen, höhepunktlosen Leidensgeschichte auch ein Reinfall, aber in dem Sinn der passende Abschluss der EP.

Mit „Ether“ hat MARK MORTON ein komplett unnötiges Machwerk losgelassen, das trotz illustrer Gäste und der bekannten Qualität von Morton überhaupt nicht überzeugen kann. Wenn das so mit MARK MORTON weitergeht, muss man sich Sorgen um seine Solo-Karriere (und noch schlimmer, um die nächsten Alben von LAMB OF GOD) machen. Aber vielleicht gibt es ja genug 16-jährige Mädchen, denen diese Musik gefällt.



Bewertung: 1.5 / 5.0
Autor: Luka (30.01.2020)

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