DELAIN - Apocalypse & Chill

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VÖ: 07.02.2020
Bandinfo: Delain
Genre: Symphonic Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

DELAIN haben sich diesmal fast vier Jahre Zeit genommen, um ihr Nachfolgewerk mit dem durchaus gewöhnungsbedürftigen Titel "Apocalypse & Chill" fertig zu stellen und auf die Menge los zu lassen. Auch das Artwork hat zumindest mir erstmal ein "What the fuck?" entlockt, wobei es sicherlich Aufmerksamkeit erzeugen wird... Merel Bechthold hat die Band in der Zwischenzeit verlassen und Timo Somers übernimmt mittlerweile auch einen Part der melodischen Vocals. Musikalisch streben DELAIN mit ihrem neuen Werk laut eigener Aussage durchaus neue Wege an und wie sich dies gestaltet, werden wir in den folgenden Zeilen gemeinsam feststellen...

"One Second" ist als Single schon etwas länger bekannt, integriert nebst der Screams auch zum (meiner Ansicht nach) ersten Mal Timo Somers an den Clean Vocals, der seinen Job durchaus gut macht und dem Ganzen einen frischen Anstrich verpasst. Es versprüht durchaus ordentlich Energie, kann in der Hook aber nur bedingt überzeugen. Der Spaß nutzt sich doch verhältnismäßig schnell ab und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. "Chemical Redemption" zeigt genau die innovativen Elemente, die mir als langjährige Fan durchaus zusagen. Hier treffen Härte, elektronische Elemente und eine ordentliche Portion Atmosphäre aufeinander. Vor allem der Chorus, der sich über die Dauer der Zeit immer weiter erstreckt, weiß mir sehr zu gefallen und zeigt den neuen Ansatz, den DELAIN auf diesem Album gehen wollten. "Vengeance" schlägt eine gute Brücke zwischen Neu und Alt und stellt mit Yannis Papadopoulos (BEAST IN BLACK) einen tollen Gast neben Charlotte, was eine spannende Dynamik erzeugt. Während die Strophen gut auf die Tube drücken, wird der Refrain ziemlich theatralisch vorgetragen, was dem Song aber keinen Abbruch tut. Leider verlieren DELAIN mich in der Folge so ein bisschen, denn sowohl "To Live Is To Die" als auch "Let's Dance" versprühen kaum bis gar keinen Charme und geraten in Vergessenheit. Keine besonderen Kniffe und austauschbare Hooks, die sehr simplifiziert und farblos daherkommen. "Creatures" plätschert ebenfalls etwas inspirationslos vor sich hin und zeigt Schwächen, die mir bei DELAIN bisher nicht mal bewusst waren. Ich finde Gefallen an der durchwegs härteren Gangart, aber in den Hooks geht ihnen hier völlig die Puste aus. Ein Großteil der Songs ist nicht erinnerungswürdig und steht deutlich im Schatten der bisherigen Diskografie.

Einzig und allein "Ghost House Heart" streckt sich nochmal und offenbart eine zerbrechliche Ballade, die nur Charlotte in Begleitung von Piano und seichten Streichern in Szene setzt, wobei im Laufe auch Percussion für etwas mehr Druck eingesetzt wird. Wunderschön und verletzlich vorgetragen. Hier stimmt auch wieder das Gespür für eine wahnsinnig intensive Melodie, die unter die Haut geht. "The Greatest Escape" funktioniert nach einer ähnlichen Formel wie die vorangegangenen Songs. Ich weiß nicht, ob DELAIN beim Songwriting festgelegt haben, auf sehr abgespeckte Refrains zu setzen, die sich sehr simpel darstellen, aber anders kann ich mir eine derart monotone Ausbeute nicht erklären. Charlotte hat so viel Leben in ihrer Stimme und wirkt hier extrem gebremst. Völlig unnötig ist zum Abschluss das lange Instrumental "Combustion", das einen vollkommen unbefriedigt aus dem Album entlässt. Ich sehe in DELAINs Herangehensweise durchaus frische und funktionierende Elemente, siehe "Chemical Redemption", das den modernen und harten Sound auf den Punkt bringt. Ansonsten bleibt am Ende leider deutlich mehr Schatten als Licht und schnürt so das bisher EINZIGE DELAIN Album, das ich tatsächlich als schwach und belanglos bezeichnen würde, auch wenn es mir in der Seele wehtut...



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Sonata (07.02.2020)

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