SVART CROWN - Wolves Among The Ashes

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VÖ: 07.02.2020
Bandinfo: SVART CROWN
Genre: Black Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

"The world opinion suffers violence and the violent shall take it by force. If we can't live in peace then let's die in peace."

Reverend Jim Jones begleitet das Intro mit einer Ansprache, die er nach der Ausgabe von tödlichem Aperitif aus Valium, Zyankali und Kool-Aid an seine Jünger in Jonestown, Guyana hielt. Das Resultat waren 909 Tote, darunter der Pfarrer des Peoples Temple selbst. 

Immer schön, wenn ein Album so fröhlich beginnt. Religiöser Fanatismus bringt Sonne in den tiefsten Winter und lässt das stählerne Herz im trainierten Pumperkorpus des grimmig blickenden Schwarzmetallers im Blast-Takt hüpfen.

Mit "Wolves Among The Ashes" drehen sich die aus Nizza hailenden Franzosen von SVART CROWN im vollen Kreis und möchten die Chance ergreifen, Branchenleader wie WATAIN (außer Kasperltheater und Brownfacing geschieht nicht mehr viel bei den Schweden. Der Gehalt sinkt, die Posse obsiegt) und die kompositorisch schwächelnden BEHEMOTH hinter sich zu lassen und den Black/Death Metal-Thron erklimmen.

Chef JB Le Bail musste allerdings zu diesem Behufe erstmal eine neue Belegschaft rekrutieren. Der bereits auf "Profane" aus dem Jahr 2013 wirbelnde Drummer Nicolas "Ranko" Muller erklärte sich erst bereit, ein paar Schows zu spielen, nahm daran anschließend aber auch gleich am Songwriting für das neue Album teil. Der Zeremonienmeister Le Bail war davon angetan und bot ihm den fixen Job als Schlagzeuger an. Clément Flandoris, ein weiteres ehemaliges Mitglied von SVART CROWN trat dem trauten Duo erneut bei und mit Julien Negro am Bass und schrägen clean Vocals kommt ein völlig neuer Dude zur Band dazu. Problem solved!

Was erwartet uns, euch, auf dem neuen Album?

40 Minuten äußerst abwechslungsreicher, authentisch produzierter Black/Death mit einer massiven eigenen Note. Dreckig blastend, fies schräg riffend (die Gitarren auf, z.b. "Blessed Be The Fools" muss man so erst zusammenbringen), maximal abwechslungsreich und jedenfalls dunkel wie seit langem kein Album mehr aus der Branche.

Das Album ist mit 40 Minuten so ausgelegt, dass kaum ein Ton auf "Wolves Among The Ashes" beliebig wirkt, wie es auf den beiden letzten WATAIN-Drehern so offensichtlich wurde. 

Der Abwechslungsreichtum bringt aber auch mit sich, dass man dem Album sehr viel Zeit geben muss. Die ersten paar Durchgänge wirkt der Häfen alles andere als homogen. Die Breaks zerren den im Wald übel posenden Zuhörer gerne mal von Hyperblastattacken in den Beinahestillstand und wieder retour. Das kann, ist man nicht grade in der Stimmung, zügig dazu führen, dass man das Vinyl vom Plattenteller rupft, die CD aus dem Player wirft oder den Stream rüde unterbricht.

Gibt man dem Album eine Chance, dann funktioniert es durchaus als moderner Botschafter der Finsternis. Hier wird nicht der Anus des Leibhaftigen mit trvem Cunnilingus [Anm. d. Lekt.: Wählt man den Hintereingang, nennt man das übrigens Anilingus, oder auch Rimming. Just sayin'...] verwöhnt, man beschäftigt sich lieber mit dem menschlichen Wahnsinn in der extremen Ausprägung. 

Wir blasten bei "Thermaggeddon", riffen monströs bei "Art Of Obedience", geben uns französisch schräg bei "Blessed Be The Fools" oder suhlen uns im metallischen Äquivalent des Dark Waves bei "Down To Nowhere". All dies fasst "Exoria" zusammen und zum Schluss gibt es mit "Living With The Enemy" noch einen Rausschmeisser in Überlänge, der beschwörend liturgisch beginnt und noch einmal alle Facetten der Band aufzeigt.

Zusammenfassend darf man sagen, dass sich die Franzosen wohl leicht vor den genannten Bands mit ihrem neuen Album platzieren, ein Genreklassiker ist das allerdings noch nicht ganz. So gut die Einzelteile sind, es dauert mächtig lange, bis man sich das Puzzle zusammengebaut hat und selbst dann ist es jedes Mal eine veritable Aufgabe, sich dem Werk zu stellen.

 

"Take our life from us. We laid it dawn, we got tired. We didn't commit suicide, we commited an act of revolutionary suicide protesting the considitions of an inhumane world."

 

"Thermageddon":

 

"Blessed Be The Fools":

 

"Exoria":

 

 

 

 

 

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (11.02.2020)

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