WOMBBATH - Choirs Of The Fallen

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VÖ: 06.03.2020
Bandinfo: WOMBBATH
Genre: Death Metal
Label: Soulseller Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Seit WOMBBATH-Gründer Håkan Stuvemark sein Baby ab etwa Mitte der 2010er Jahre aus dem Winterschlaf erweckte und mit "Downfall Rising" (2015) ein zweites Studioalbum herausbrachte, geht es Schlag auf Schlag in der alten Schmiede. Warum auch nicht? Während alle Welt den Oldschool Death Metal nach schwedischer Machart feiert und massenweise junge Bands den Stil der frühen ENTOMBED, DISMEMBER und wie sie alle heißen am Leben halten, ist WOMBBATH eine dieser alten Schwedenkombos. Nur, dass sie nach 1995 vorerst von der Bildfläche verschwand und (vielleicht mitunter deswegen) nicht zu den meistgenannten Vertretern ihres Dunstkreises zählt. Seit dem Relaunch rotierte das Lineup mehrfach und fand neben Gründer Stuvemark nur in Frontgrowler Jonny Pettersson eine weitere Konstante, weswegen auch die vierte Scheibe "Choirs Of The Fallen" wieder mit weitgehend erneuerter Mannschaft eingetrümmert wurde.

Aber Mannschaft hin oder her, mit zwei so erfahrenen Alpha-Elchen im Schlepptau muss man keine stilbrechenden Überraschungen fürchten. Der traditionelle Schweden-Exitus klingt auch auf dem neuen Langeisen so, wie er klingen muss. Genau genommen klingt er auf "Choirs Of The Fallen" sogar noch eine Ecke altbackener als auf dem direkten Vorgänger "The Great Desolation" (2018). Der HM-2 und Mr. Pettersson röhren brünftig wie eh und je, doch in puncto Produktion ist man einen Schritt zurück in die Vergangenheit gegangen und spendierte der neuen Platte einen erdigeren und organischeren Sound. Und was auf der Zeitachse einen Schritt zurück bedeutet, kann man auf der genrespezifischen Bewertungsskala durchaus als Schritt nach vorne uminterpretieren. Denn neben dem allgemeinen 90er-Jahre-Ambiente im Sound kommen durch die natürliche Produktion bspw. Feinheiten Jon Rudins Drumming sauber zur Geltung.

Was das Songwriting angeht, kann man getrost auf den Slogan eines SCREAMER-Stickers zurückgreifen, den ich neulich in einem Mannheimer Herrenklo entdeckt habe und der treffsicher konstatierte: "not reinventing the wheel since 2009". Die Jahreszahl mag vielleicht nicht zutreffen, doch bringt es die besagte Verschlagwortung ganz passend auf den Punkt. Unterm Strich bedeutet dies, dass der geneigte Fan elchiger Tanzmusik hier bedenkenlos einsacken kann, wobei sich allerdings die berechtigte Frage stellt, wie zwingend die aktuelle Veröffentlichung vor diesem Hintergrund ist. Neben dem guten Sound sprechen vergnügsame Bombenangriffe wie der Opener "Fallen" oder "A Vulgar Declaration" für eine Eingliederung in die heimische Plattenarmee. Hier punkten die Schweden mit reichlich Druck und einprägsamen Riffs und sorgen dafür, dass man als Hörer ordentlich den Keks frittiert bekommt. Auch "We Shall Remain" oder "Crawling From The Pits" schneiden dank deftigem Groove oder funktionierender Gruselatmosphäre gut ab. "A Sweet Taste Of Death", "Wings Of Horror" und "In A Cloak Of Anger" ziehen sich hingegen in die Länge und nehmen zuweilen den Drive aus der Platte.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass WOMBBATH dort weitermachen, wo viele ihrer Genrekollegen zum Ende eines famosen Death-Metal-Jahres 2019 aufgehört haben. Die Frage nach der Quantifizierung meiner Impressionen ist allerdings eine schwierige, denn wie beim ebenfalls schwedischen Startup REINCARNAGE festigt sich der Eindruck, dass die Herren um Armlängen auf den Versen ihrer Marktbegleiter wie FLESHCRAWL, REVEL IN FLESH oder NIGHTBEARER folgen. Insofern reden wir entweder von einer guten 3,5 oder einer knappen, wohlwollenden 4,0 - aber höret und urteilt selbst!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (03.03.2020)

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