MAGNUM - The Serpent Rings

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VÖ: 17.01.2020
Bandinfo: MAGNUM
Genre: Melodic Hardrock
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

Ein neues Album von MAGNUM, das ist immer etwas, worauf man sich schon lange vorher freut, und das schon seit Jahrzehnten! Was soll man erwarten von den ewig jungen Helden? Tony Clarkin schüttelt weiterhin epische Meisterwerke aus dem Ärmel. Bob Catley interpretiert sie trotz seiner mittlerweile stolzen 72 Jahre in gewohnter Klasse. Sie müssen irgendwo einen Jungbrunnen stehen haben! Es ist „classic“ MAGNUM, vieles, das sie schon in den 70ern groß gemacht, man hört auch einiges, das aus den 80ern sein könnte und ebenso eine Menge „latter-day“-MAGNUM. Und doch ist es auch anders, was zum Teil wohl an den „Neuen“ liegt. Das Keyboard von Rick Benton klingt einfach anders als das jahrzehntelang gewohnte Spiel von Mark Stanway. Wie er ist auch Lee Morris an den Drums zum zweiten Mal auf CD dabei. Ganz neu am Bass ist der allen Fans von Melodic Rock/Hard Rock bekannte Dennis Ward – von seiner Stammcombo PINK CREAM 69, wo er mittlerweile nach rund 30 Jahren ausgestiegen ist, von KHYMERA, von UNISONIC, PLACE VENDOME, SUNSTORM u.v.m. – nicht nur als Bassist sondern auch als Produzent und Sänger. 

Der Beginn der Scheibe ist mit dem zweiten vorab bereits veröffentlichten Song „Where Are You Eden?“ gleich ein absolutes episches Highlight und zukünftiger Klassiker – mit orchestralen Parts unterstützt, was für ein Beginn! Die nächste Nummer „You Can’t Run Faster Than Bullets“ ist härter und direkter, ein weiteres starkes Statement, das das Momentum verstärkt. Danach folgt „Madman Or Messiah“, erneut ein typisches MAGNUM-Meisterwerk. Stark geht es auch mit der Folgenummer „The Archway Of Tears“ weiter. „Not Forgiven“, die erste Auskoppelung hebt das Level noch höher, ein druckvolles Statement, das z.B. vom 1988er Meisterwerk „Wings Of Heaven“ ebenso stammen könnte wie von noch früheren Alben. 

„The Serpent Rings“ folgt, der Titelsong, wie zu erwarten wird es darin erneut episch – die längste Nummer der CD, die zweite mit Orchester-Begleitung und ein weiterer zukünftiger Klassiker. Der Rest der Scheibe enthält die drei einzigen Songs mit einer Spielzeit unter fünf Minuten. Einer davon ist „House Of Kings“, mit seinen jazzig angehauchten Parts inklusive Saxophon herausstechend, wird er allerdings nicht jedermanns/-fraus Sache sein, obwohl dieser auch eine der direkteren und härteren Nummern ist. Typisch MAGNUM geht es weiter mit „The Great Unknown“, etwas getragener und langsamer diesmal, gefolgt von „Man“, ein straighter Rocker. „The Last One On Earth“ kommt einer Ballade in vielen Parts noch etwas näher als sein Vorvorgänger, aber auch daraus wird letztlich keine richtige – ein weiteres Highlight ist der Song jedenfalls. Unfassbar, aber der wohl größte Geniestreich kommt erst als Abschluss. „Crimson On The White Sand“ hat alles, was MAGNUM ausmacht in einem Song vereint, die Stimme und die Stimmung, episch und getragen, ein längerer Instrumentalteil, und alles harmoniert perfekt miteinander.

Zusammenfassend könnte man sagen, ein Highlight jagt das nächste. Die Scheibe ist meiner Meinung nach noch besser als die letzten zwei, drei schon sehr starken Alben, die Zeit wird es zeigen. Tony Clarkin ist jedenfalls unverändert in einem Songwriter-Hoch – nie soll es zu Ende gehen… Ein unverrückbarer Fixpunkt für die Top 10 des heurigen Jahres steht damit schon im Jänner fest!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Andreas Meiser (23.02.2020)

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