HEATHEN FORAY - Weltenwandel

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VÖ: 21.02.2020
Bandinfo: HEATHEN FORAY
Genre: Viking Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Alles neu bei HEATHEN FORAY? Nicht wirklich. Die steirischen Viking/Pagan-Metaller waren für einige Jahre in der Versenkung verschwunden, doch haben sich nach einer Pause unter Bandgründer Jürgen Brüder wieder zusammengefunden und motiviert ein neues Album (zwischenzeitlich das fünfte) aufgenommen. Jenes hört auf den klingenden Namen „Weltenwandel“ und gibt schon den ersten Hinweis darauf, dass HEATHEN FORAY auf ihrem neuesten Output gänzlich auf deutschsprachige Lyrics setzen. Ambitioniert wollen die Steirer dabei sowohl bedeutungsschwangere Themen wie den Wandel der Gesellschaft, Freiheit und den Widerstand gegen Unterdrückung transportieren, während sie sich musikalisch in dunklere Gefilde begeben möchten.

Größtenteils bleibt es dann leider beim 'Wollen', denn trotz entspanntem Workflow im (erstmals) eigenen Studio kann das Album die Erwartungen nicht wirklich erfüllen. Im Opener „Schicksalsknecht“ agiert man mit angezogener Handbremse und möchte durch dramatische Arrangements epische Gefühlslagen modellieren, hangelt sich dabei aber von einem Part zum anderen, ohne am Ende einen wirklich flüssigen Song stehen zu haben. „Essenz“ kränkelt an Ähnlichem, klingt dabei aber zunächst noch runder und brauchbarer, wenngleich auch textlich etwas plump – spätestens bei den nach Stadionchor klingenden Gangshouts, in denen man sich nicht so recht auf einen gemeinsamen Takt einigen konnte, ist der Ofen aber aus.

„Tanz“ rumpelt recht unspektakulär und profillos irgendwo in melodisch-todesmetallischem Fahrwasser dahin und kann keine Akzente setzen, danach schleppt sich „Verfall“ zäh dahin und möchte erneut epische Stimmung entzünden, kommt dabei aber trotz brauchbaren Growlings nicht wirklich in die Gänge. Hat man das Album zu diesem Zeitpunkt schon abgeschrieben, kommt mit „Weg“ eine dicke Überraschung des Wegs – eine breitwandige Riffattacke, zackiges Tempo und derbes Gegrunze, die sich zu einem richtig starken Titel mit Brecher-Qualitäten verbinden, der auch in den langsameren, stampfenden Parts richtige Durchschlagskraft entwickeln kann. Es geht ja doch!

Der kurze Hoffnungsschimmer wird vom überlangen und enorm zähen „Monolith“ mit sofortiger Wirkung wieder im Sumpf der Belanglosigkeit ertränkt, in der ein Song ohne jeglichen Spannungsbogen auf eine wirklich unnötige Spielzeit von mehr als neun Minuten gedehnt wird und im einzigen flotteren Part auch noch wie ein mittelmäßiges Schwarzmetall-Demo klingt. „Soldat“ versucht sich hernach an einer AMON AMARTH-Kopie, quält sich aber zu mäßig lyrischem Text durch platte Baukasten-Riffs. Wie wirkungsvoll im Midtempo gerifft werden könnte, das wird in „Schlangengrube“ deutlich besser gezeigt, das gar mit ein paar Reminiszenzen an die früheren todesmetallischen Werke von DIE APOKALYPTISCHEN REITER aufwarten kann und schlussendlich, als der Song ordentlich fahrt in breitwandige Gefilde aufnimmt, doch noch einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss des Albums bietet.

Unterm Strich sind aber zwei gute Songs gegenüber einer Vielzahl an profillosen bis hin zu wirklich zähen Titeln zu wenig, um die Hörerschaft schmissiger Pagan-Klänge wirklich abholen zu können. Prinzipiell machen HEATHEN FORAY damit genau dort weiter, wo sie mit dem Vorgänger „Into Battle“ aufgehört haben, nur leider durch die größtenteils recht plump arrangierten deutschen Texte um eine Ecke schlechter. Schade drum, denn dass die Steirer deutlich mehr könnten, das blitzt hier leider viel zu selten auf.

 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (19.02.2020)

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