THE WORD ALIVE - MONOMANIA

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VÖ: 21.02.2020
Bandinfo: THE WORD ALIVE
Genre: Emo Core
Label: Fearless Records
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Lineup  |  Trackliste

THE WORD ALIVE gehören in der Core-Szene sicherlich zu den Bands, die polarisieren, so haben sie sich doch vom ursprünglichen Stil mittlerweile relativ deutlich entfernt, was dem ein oder anderen "Fan" negativ aufstößt. Schon seit dem 2014er "Real." setzen die Jungs mehr auf die durchaus beachtlichen Clean Vocals von Sänger Telle Smith und setzen Screams deutlich dosierter ein. Der komplexere Sound von der EP "Empire" gehört schon lange der Vergangenheit an. Wer sich damit arrangieren kann, bekommt immer noch sehr ansprechende Musik aufs Ohr, die sich vor allem durch ihre Emotionalität an den Hörer zu binden weiß. Genau in diese Kerbe schlägt auch das neue Werk "Monomania" (eigentlich "M0n0mania"), das durchaus mit härteren Themen aus dem alltäglichen Leben daherkommt. 

Musikalisch orientieren sich die Jungs am Vorgänger "Violent Noise", was im Endeffekt eine gute Mischung aus zugänglichen Melodien, elektronischen Elementen und härterem Riffing hier und dort bedeutet. Der Titeltrack findet genau diese Mischung in Perfektion und führt den Track mit einer tollen Atmosphäre ein, die allen voran Telle Smith an den Vocals wieder glänzen lässt. Ich muss sagen, dass "Violent Noise" sicherlich keine schlechte Platte war, das Songwriting auf "Monomania" aber schon allein mit dem Opener etwas durchdachter und konsequenter wirkt. Der Opener steigert sich in einen energischen Chorus, der zu packen weiß und genau an den richtigen Stellschrauben dreht. Im Mittelteil erhalten auch wuchtige Screams Einzug, was den Track zu einer sehr runden Sache macht. "No Way Out" strebt hier und da durchaus poppige Elemente an, doch THE WORD ALIVE verschließen sich längst nicht mehr vor kommerziellen Elementen, um ihre Musik vielfältiger zu gestalten, auch wenn man ihnen das Ganze natürlich negativ auslegen kann in Sachen "Erfolgsdenken". "No Way Out" ist dennoch ein perfektes Beispiel dafür, dass der aktuelle Sound er Band sehr gut mit poppigeren Elementen resoniert. "Another Year In The Shadows" treibt das Spielchen sogar noch mehr auf die Spitze mit dem tanzbaren Chorus - zumindest im ersten Teil. Danach bricht die Hook ein wenig aus und lässt Härte an sich ran. Ist man offen für die Herangehensweise der Band, wird man mit Songwriting bedacht, das auf der einen Seite relativ simpel funktioniert, aber in Perfektion moderne Elemente miteinander verschmelzen lässt und gleichermaßen extrem gute Melodien hervorbringt. "Greatest Almost" ist ein echtes Energiemonstrum, das tolles und durchaus versiertes melodisches Riffing in den Vordergrund stellt. Mit ganz großer Sicherheit einer der großen Ohrwürmer der Platte. Ich kann nur nochmal hervorheben, was für ein wahnsinnig guter Sänger Telle Smith ist, der jegliche Emotionen mit Leichtigkeit an den Hörer heranträgt. "Thank You" ist dann definitiv was für die Fans der härteren Töne, so erinnert der Track durchaus an die "Life Cycles" Zeit von THE WORD ALIVE. "K.F." ist eines meiner persönlichen Highlights des Albums, zeigt sich in den Strophen sehr behutsam und bricht mit der Bridge respektive der Hook völlig aus und weiß mich zu ergreifen. Gerade textlich sind THE WORD ALIVE sehr ansprechend und bewegen sich hier in meinen Augen in der Königsklasse ihres Schaffens. 

Viel mehr muss ich eigentlich nicht herausgreifen, denn "Monomania" umfasst insgesamt exakt das, was die vorangegangenen Zeilen an euch herantragen wollten. Es ist poppig, aber heavy. Es bereitet sehr viele moderne elektronische Elemente auf, tut dies aber auf eine spielerische Art und Weise, die sehr durchdacht und deutlich konsequenter umgesetzt wirkt als auf dem Vorgänger. Gesanglich erreicht ein Telle Smith hier neue Höhen und darf sich gern als einer der Besten im gesamten Genre bezeichnen. Es zieht sich von vorn bis hinten ein roter Faden durch die Scheibe, den ich komplett nachvollziehen kann. Was dem Album für die absolute Höchstnote fehlt? Vielleicht schlichtweg die Erwartungshaltung, das ich THE WORD ALIVE für ihr nächstes Werk den Raum lasse, noch einen drauf zu setzen. 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (19.02.2020)

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