NIGHT CROWNED - Impius Viam

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VÖ: 28.02.2020
Bandinfo: NIGHT CROWNED
Genre: Black / Death Metal
Label: Noble Demon
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Lineup  |  Trackliste

Unzählige Male habe ich bei neuen Veröffentlichungen bereits zur Promo-Fassung gegriffen, weil mich eine Vorab-Single völlig überrumpelt hat, unzählige Male habe ich die dazugehörigen Gesamtwerke wieder gänzlich vergessen, nachdem die letzte Sekunde Hörzeit von diesen verstrichen war; manche sogar noch während des Hörens, was sich besonders schrecklich anfühlt, weil man die unschöne Beichte ja irgendwie so verschriftlichen muss, dass Künstler inkl. fanatische Anhängerschaft, die gerne in jedem neuen Album ihres Idols/ihrer Idole das grandioseste Monument allerzeiten herausgehört haben möchte, nicht mit ihren geschärften Klingen wetzen müssen. Okay letzteres ist natürlich frech dahergelogen - also holt bitte umgehend die Messer und Schwerter raus! -, aber worauf ich damit hinaus will, ist eigentlich denkbar banal: NIGHT CROWNED lassen sich mit ihrem Debütalbum "Impius Viam" speziell bei diesen vergessbaren Veröffentlichungen einsortieren, sonst würde ich ja nicht ausgerechnet hier die Sachlage dazu schildern.

Nein, ernsthaft jetzt: "Impius Viam" tut niemandem weh bzw. wird niemandem so richtig wehtun. Es ist modern produziert und daher, zumindest an gängigen Maßstäben gemessen, auch ein Blackened Death-Elaborat, das über weite Strecken der Spieldauer ziemlich einfach konsumierbar ist (knapp 60 Minuten hätten es trotzdem nicht unbedingt sein müssen, aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen...); wobei auch hier der Loudness War besonders dann grenzwertig ist, wenn man zusätzlich zum weitestgehend ausdruckslosen Geballer die mittlerweile handelsübliche und ordentlich abgenutzte Sympho-Komponente auspackt ("Your Sacrilegious Flesh" und "All Life Ends" z.B.). Es verflüchtigt sich allerdings auch genauso rasch wieder, wie es sich seinen Weg in die Gehörgänge gebahnt hat, wodurch sich der Mehrwert für den Hörer stark in Grenzen hält. Immerhin mag das für die Beteiligten selbst eine willkommene Spielwiese fernab von Hauptbands à la THE UNGUIDED, DARK FUNERAL und CIPHER SYSTEM sein, aber fernab dessen tue ich mir sehr schwer damit, überhaupt irgendein Highlight auf "Impius Viam" zu entdecken. Dass jeder Handgriff sitzt, ist im Kontext genannter Hauptbeschäftigungen nur logisch, doch wenn man schon auf solche Floskeln zurückgreifen muss, weil einem zu einem Album wenig bis nichts einfällt, spricht das entweder a) nicht für die Band oder b) nicht für den Rezensenten. Das darf sich jeder selbst aussuchen, mich zumindest kann ein derart glattpolierter, braver Genremix mit vielen skandinavischen Zutaten, die man schon an vielen anderen Stellen deutlich schmackhafter und damit auch zwingender serviert bekam, aber einfach nicht mehr über fünf Songs hinaus, geschweige denn auf Albumlänge an die Lautsprecher fesseln.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Pascal Staub (28.02.2020)

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