IHSAHN - Telemark

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VÖ: 14.02.2020
Bandinfo: IHSAHN
Genre: Black Metal
Label: Candlelight Records
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Lineup  |  Trackliste

Gar so lang ist es noch nicht her, dass IHSAHN mit „Àmr“ (2018) mal wieder seine einzigartige Stellung im Black/Prog-Metal Bereich unter Beweis gestellt hat, schon ist wieder neues Material vom Ex-EMPEROR-Großmeister da: „Telemark“ ist die erste von zwei EPs, die IHSAHN dieses Jahr herausbringt. Angekündigt war schon, dass „Telemark“ eher die schwarzmetallische Seite von IHSAHN zeigen soll, während die später erscheinende EP „Companion“ dann mehr auf der progressiven Seite sein wird.

Und der gute Mann lügt nicht: das starke „Stridig“ eröffnet schon mal gekonnt das Kurz-Album. Wie auf den restlichen (zwei) IHSAHN-Songs auf der EP wird hier auf Norwegisch gekeift, was mit den rauen, für uns unverständlichen Wörtern perfekt mit der angesprochenen Schwarzmetall-Schlagseite zusammenpasst. „Stridig“ lässt sich erst mal Zeit und wird langsam aufgebaut, bevor dann eher Midtempo-lastiges Black Metal-Riffing im Song Einzug hält. Aber dabei bleibt es nach typischer IHSAHN-Art nicht, es kommen dann schwermütige Chorparts dazu, genauso wie Heavy Metal-Gitarrenlicks mit dicken Eiern und die typischen Saxofonklänge (die sich aber dezent im Hintergrund halten).

Das folgende „Nord“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, die hypnotischen Black Metal Riffs erinnern an den düsteren Viking Metal der KING OF ASGARD-Art, während hochmelodische Gitarrensoli, Blechbläser und Chöre den Gegenpart geben. Noch etwas schwerer zugänglich ist dann der Titeltrack, der mit seinem langen instrumentellen Einstieg und fernöstlich-jazzigen Licks nach LED ZEPPELIN in einer sehr deprimierten Phase klingt. Der Track braucht etwas länger als die anderen, um beim Hörer anzukommen, bleibt aber auch durch das harsch-düstere Feeling irgendwann im Ohr kleben.

Bis dahin also gewohnt hochklassiges Zeug vom norwegischen Altmeister – an den folgenden Coverversionen („Rock And Roll Is Dead“ von LENNY KRAVITZ und „Wrathchild“ von IRON MAIDEN) werden sich wohl die Geister scheiden. Obwohl IHSAHN mit seinen krächzenden Vocals natürlich den Songs etwas Besonderes gibt, ist musikalisch nichts allzu Besonderes zu den Tracks zu sagen, man hat im Gegenteil den Eindruck, dass die Cover nur gemacht wurden, damit IHSAHN seiner etwas schrägen Liebe zu Saxofonsounds frönen kann (die sind nämlich prominent vertreten).

Wären auf der EP nur die drei IHSAHN-Tracks vertreten, könnte man „Telemark“ als das erwartet gute Lebenszeichen vom Norweger und als Vorgeschmack auf folgende Taten werten, die eher fragwürdigen Cover-Songs machen „Telemark“ dann aber zu einer eher zwiespältigen Angelegenheit.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Luka (27.02.2020)

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