MEDIUM - Medium

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VÖ: 06.03.2020
Bandinfo: MEDIUM
Genre: Grind Core
Label: Transcending Obscurity
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Lineup  |  Trackliste

Nicht schlecht, Herr Specht! Was sich die Kollegen von Transcending Obscurity hier wieder aus dem Sumpf des Untergrunds herausgefischt haben, hat es in sich. Die argentinische Band MEDIUM existiert seit 2017 und bringt es mit ihrem selbstbetitelten Debut auf gerade mal 18 Minuten. Ob es sich dabei um ein Mini-Album oder eine auskömmliche EP handelt, sei mal dahingestellt. Fest steht allerdings, dass das heißblütige Quartett überhaupt nicht mehr Zeit zur Überzeugung braucht, weil sein sonderbares Gebräu zündet wie Schwarzpulver und aufweckt wie ein Maßkrug voll starkem Espresso.

Mit ihren sieben Stücken prügelt sich "Medium" querbeet durch den halben Grind-Crust-Death-Punk-Dschungel und punktet dabei mit einem hohen Maß an Eingängigkeit. Treibende Punkbeats, herrlich matschige Gitarren und eine dreckig-deathige Röhre sorgen für ein markantes Klangbild, das vom ausgiebigen Einsatz flutschiger Melodien ergänzt wird. Zumeist treten MEDIUM mit Bleifuß aufs Gaspedal und liefern die geeignete Beschallung für's sommerliche Schlammcatchen vor den kleinen Rumpelbühnen der Saison ("Skullcomet Sorcery", "Maximum Rampage", "Night Vision"). Die Leadgitarre sorgt mit ihren verspielten Melodien für reichlich Hooks und fungiert als Gegenspieler der harten Knüpplerei. "Black Future Patrol" macht mit seinen stampfenden Breakdowns einen Ausflug in die metallische Hardcoreecke und "Gargola" ebnet den Weg in verträumt-getragene Gefilde. "Night Division" bricht anschließend die Idylle und schwingt erneut das frisch polierte Brecheisen - und auch das abschließende "Radiation Huntress" geizt nicht mit praktizierter Aggression. Wie sollte es auch anders sein?

Der Sound ist untergründig, ranzig und zugleich sauber auf alle Protagonisten abgestimmt sowie angenehm anzuhören. Mehr gibt es im Prinzip auch nicht zu sagen - man soll ja ohnehin nicht zu jedem Release einen Roman verfassen. Kurze Platte, kurzes Review, kurzer Schweinsgalopp durch den argentinischen Undergrind [Anm. d. Verfassers: Undergrind = Grind-Underground]. Nur, ob man nach 18 Minuten in der Bratpfanne noch MEDIUM oder schon eher well done ist, müssen die Köche entscheiden...



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (05.03.2020)

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