EDICIUS' DREAM - Vanescent

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VÖ: 19.10.2019
Bandinfo: EDICIUS' DREAM
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

EDICIUS' DREAM sind sieben Grazer, die sich irgendwo im Nirvana zwischen Melodic Death Metal und Metalcore aufhalten. 2011 als Diplomarbeit zweier musikbegeisterter Kunstschüler gegründet und bereits 2013 das erste Mal auf der Bühne im Club Wakuum bei der "Whiplasher Metalnight". Sie durften sich auch bereits die Bühne mit namhaften Bands wie NERVECELL, EISREGEN, DEBAUCHERY uvm. teilen. Kurz nach VÖ ihres Albums "Vanescent" musste die Band einen schweren Verlust erleiden, da ihr Gitarrist Burny verschied. Dieser wird nun vom Thomas Possert würdig ersetzt. Im Namen der Band darf ich nun auch gleich den "Epilog" des Albums zitieren:

"This Album is dedicated to this wonderful journey we call "life" and to all the travelers who got home before their time was done. Never forget that without darkness, there can't be light. We will all turn to dust eventually, but we can live a delightful life by beholding the brightest memories in our hearts."

Mit diesem Zitat möchte ich nun auch gleich einsteigen. "Interlude" steht auf Platz eins des Albums und beginnt mit einem ruhigen Glockenspiel, welches sich später in melodischem Donner wiederfindet und als direktes Intro für "Whatever This is" steht.

Matzes Growls gepaart mit den harten Gitarrenriffs ergeben die perfekte Kombination für den ersten Haupttrack eines grandiosen Albums. Mit geilen Breakdowns und sehr harmonischer Begleitung wartet man nach dieser ersten Nummer schon gespannt auf das, was noch folgen wird.

"Ad Adultum" wird in zwei Parts gesplittet. Wobei der erste wieder sehr ruhig beginnt. Schlagzeuggewitter, flotte Gitarren. Im Mittelpart zeigt Matze, dass er auch mit cleanen Vocals auftrumpfen kann. Diese sehr Metalcorelastige Scheibe ist für mich eines der Highlights, da man die geballte Power der Band regelrecht spüren kann. Part zwei hingegen startet mit Pianoklängen und sehr entspannter Signatur, welche sich später natürlich auch noch richtig aufbauscht.

"Then And Now" beginnt stark verzerrt und relativ leise. Bitte den Sound trotzdem nicht aufdrehen. Eure Lautsprecher sind nicht demoliert. Spätestens nach 15 Sekunden werdet ihr mir dankbar für diesen Rat sein. Mit gewohnter Manier wird dem geneigten Hörer auch hier nochmal künstlerische Perfektion auf die Ohren gedonnert.

Der Titeltrack "Vanescent" wurde bei diesem Album quasi als Outro angelegt. Zum Abschluss zeigen die sieben Grazer noch einmal, was alles in ihnen steckt. Diese Nummer lässt nichts vermissen. Tiefe Growls, flotte Riffs, Breakdowns sowie Soli sind enthalten. Herz, was willst du mehr.

Fazit: Mit "Vanescent" kommt ein weiterer Burner im Melodic Death Bereich auf den Markt. Nach "Burning Horizon" und einer kreativen Schaffenspause wird sich vor allem die Steirische Metalszene freuen, diese Band wieder auf dem Schirm zu haben. Für mich bereits jetzt eines der besten Alben, die ich dieses Jahr wohl hören werde. Angefangen von der grandiosen Leistung der Musiker über die herrliche Umsetzung der Songs bleibt hier wohl kein Nacken steif.

Im Nachtrag möchte ich noch den Nachruf der Band veröffentlichen. RIP, Burny.

"Wir wissen, wir waren sehr zurückhaltend für eine Band, die gerade ein neues Album veröffentlicht hat und ihr Fans verdient es, den Grund dafür zu erfahren. Etwa zwei Wochen nach unserem Release-Konzert in Graz haben wir unser Bandmitglied und geliebten Freund Burny verloren. Es war wirklich schwer für uns, mit der Situation umzugehen, doch glücklicherweise besteht EDICIUS' DREAM nicht nur aus Musikern und Künstlern, die eine gemeinsame Leidenschaft teilen. Wir sind auch Freunde, die sich gegenseitig durch schwere Zeiten helfen. Burny war ein talentierter, feinfühliger und sympathischer junger Kerl, auf den immer Verlass war. Im künstlerischen Prozess brachte er sich auf seine sehr feine Art liebevoll mit ein und bereicherte EDICIUS' DREAM mit seinem für ihn typischen Sound. Sein trockener und einzigartiger Humor brachte uns oft zum Lachen. Trotz seines Lampenfiebers hat er jedes Konzert souverän runtergeklopft und immer wieder seine Angst überwunden - das war für uns alle sehr inspirierend. Nun fühlen wir uns stark genug, um über unseren Verlust zu sprechen und möchten Burny für seine Zeit, seinen Einsatz und seine Freundschaft danken. Du wirst immer einen Platz in unseren Herzen haben. Wir hätten nie gedacht, dass wir den Epilog, den wir für "Vanescent" geschrieben haben, in so naher Zeit mal zitieren müssen. Doch das ist nun leider Realität."



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Schäff Koch (07.03.2020)

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