GEFRIERBRAND - Es war einmal

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VÖ: 29.02.2020
Bandinfo: GEFRIERBRAND
Genre: Dark Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Mit Bandnamen ist es ja so eine Sache. Im Grunde gleicht es der Namensfindung für ein Kind. Das will gut überlegt sein. Wenn sich jetzt ein paar Jungs zusammentun, um zum Spaß eine Band zu gründen wird vielleicht erstmal nicht auf die Außenwirkung des Bandnamens geschielt bzw. ist es egal. So ähnlich wird es wohl bei GEFRIERBRAND gewesen sein. Die Gefahr besteht natürlich, dass man Gefahr läuft, damit von vornherein in eine Schublade gesteckt zu werden. "Spaßprojekt", "die können sowieso nix", .... Mich hat der Name zumindest mal neugierig gemacht, um mich mit dem mittlerweile dritten Longplayer der deutschen Dunkelmetaller zu beschäftigen.

Black- und Deathmetal sind ja nicht so ganz meine Genres. Laut eigener Biographie spielen Sie Melodic-Dark-Black-Forest-Metal. Klingt interessant. Bei "Es War Einmal" beschäftigen sich die Jungs mit der Märchen- und Sagenwelt. Das macht durchaus Sinn, da die Geschichten, die man gern seinen Kindern vor dem zu Bett gehen vorliest oft vor Düsternis und Brutalität strotzen. Das Thema passt also schon mal.

Nach einem sehr beschaulichen Intro mit Gitarre, Schaukelstuhl und dem Blättern in einem Buch bekommt man beim Titeltrack "Es War Einmal" gleich mal eine mitten in die Fresse. Mit enorm schnellem Double-Bass-Drum-Gewitter und Riffing zeigen einem die Schwarzwälder wo der Hammer hängt und es wird einem schlagartig klar, dass GEFRIERBRAND kein Spaßprojekt von ein paar Möchtegerns sind, sondern das sie wissen was sie tun. "Boten Des Todes" schlägt in die gleiche Kerbe. Düstere Vocals und der mächtige Dampfhammer, den Gitarren, Bass und Drums erzeugen. Das musikalische Black-/Death-Thema ist zwar stets präsent, es wird aber gut verstanden, immer wieder damit zu brechen und den Groove zu wechseln. Das macht es zum einen abwechslungsreicher und zum anderen auch für nicht ausgewiesene Blackmetal-Fans zugänglich. Sehr geschickt gelöst.

"Totenhemdchen" ist hier auch ein gutes Beispiel. Beginnt man schleppend, düster und melancholisch, wird mit zunehmendem Verlauf das Tempo angezogen um mit einem furiosen Blastbeat-Gewitter zu enden. In Hälfte zwei des Albums stehen noch unter anderem Dornröschen ("Grab Aus Dornen"), Hänsel und Gretel ("Das Letzte Haus") und Rotkäppchen ("Rot") auf der Gästelist der Schwarzwälder. "Rot" fällt etwas aus dem Rahmen, weil akustische Klänge und Großteils cleane Vocals dominant sind. Hier wird die Geschichte von Rotkäppchen aus der Sicht des Wolfs erzählt, der sich nach der kleinen Maid verzehrt, beziehungsweise sie verzehren will. Ziemlich coole Idee, dieses Märchen in ein melancholisches Liebeslied zu verpacken.

Wie gesagt, GEFRIERBRAND verstehen es gut, einen roten Faden durch das Album zu ziehen und dabei aber immer wieder für Abwechslung zu sorgen. Live funktionieren die Nummern sicherlich auch hervorragend und mit "Es War Einmal" dürften GEFRIERBRAND in der Dark-Metal-Szene sicherlich von sich reden machen.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Hans Unteregger (04.03.2020)

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