BURDEN OF LIFE - The Makeshift Conqueror

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VÖ: 03.03.2020
Bandinfo: BURDEN OF LIFE
Genre: Melodic Death Metal
Label: Noizgate Records
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Lineup  |  Trackliste

So, hiermit beantragt meinereiner offiziell eine Genre-Änderung. Melo-Death findet man auf "Makeshift Conqueror" von BURDEN OF LIFE nur noch da, wo es unbedingt sein muss und selbst da mehr oder weniger in ausgewählten Passagen von weitgehend spannungsgeladenen Überlängen-Tracks. So, damit wären wir also schon beim Thema "Schublade". Die Herrschaften von BURDEN OF LIFE kennen dieses handliche Tool zum Einsortieren von Gegenständen, Socken oder auch Musik-Genres entweder nicht oder es ist ihnen einfach vollkommen egal. Denn hier wird mit Stilen gespielt und grenzübergreifend gearbeitet, was das Zeug hält, ohne aber dennoch einen roten Faden - wenn auch phasenweise relativ dünn - zu verlieren. " The Makeshift Conqueror" schafft diese Gratwanderung mit Bravour!

Und so grasen sich BURDEN OF LIFE kunstvoll und großartig facettenreich durch Melo Death, Prog-Einflüsse und eine große Handvoll von modernen Metal-Elementen. Kein Song beginnt gleich, kein Song lässt sich in die gleiche Ecke stellen. Wo man einmal tatsächlich genregetreu gut situierten Melo Death serviert bekommt, schneidet sich in einem anderen ein Part ein, der klingt, als hätte Devin Townsend im Nachbarstudio die Anlage zu laut aufgedreht. Dann kommt ein moderner Alternative-lastiger Song, der mitten im Song mit einem Mal absackt und komplett neu aufgebaut wird. Und dann wird wieder in scheinbar älteren Gefilden gefischt, die tanzbare Richtung kommt zum Vorschein, wenn auch nur lang genug, um Stimmung aufzubauen und bei einem neuerlichen Twist erneut alles umzustellen. Und all dies geschieht auf einem lückenlos hochwertigen Level und innerhalb einer einzigen Scheibe. Respekt!

Das einzige, was man dieser Truppe vorwerfen kann, und dies auch nur wenn man als Hörer nicht flexibel genug dafür ist, ist, dass kein Song dem anderen gleicht, kein Aufbau dem anderen ähnelt. So fehlt es allerhöchstens ein wenig am musikalischen Konsens, dem gewissen Zusammenhalt der Songs auf der Scheibe. Diese Warnung gilt aber nur für diejenigen, die lieber auf einmütig aufgebaute, straight durchgetaktete Alben stehen. Wer es mag, eine Scheibe zehn Mal durchzuhören, und dabei immer noch Neues entdeckt, der ist hier goldrichtig. Meinereiner steht auf den Prog-Anteil und die Wandelbarkeit der Songs und hat - verdammt, es ist schon das fünfte Album der Truppe - eine neue Band für sich entdeckt!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (19.03.2020)

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