KVAEN - The Funeral Pyre

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VÖ: 28.02.2020
Bandinfo: KVAEN
Genre: Black Metal
Label: Black Lion Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Weiter geht es in meiner frenetischen Suche nach guten Black Metal Veröffentlichungen. Wer meine Reviews liest weiß, dass dieser Weg kein leichter ist (der kommt grob flach), dass es aber neben Komplettkehricht immer wieder teuflischen Sonnenschein gibt. 

Als ich dann das erste Mal "Yee Naaldlooshii" von Jakob Björnfots (THE DUSKFALL) neuem Projekt KVAEN hörte, wähnte ich mich in der Nähe einer Genregroßtat.

Nicht ganz. Leider. Doch beginnen wir mit den Hochlichtern. Die ersten vier Songs des Albums "The Funeral Pyre" sind arg großartig. Jetzt gewinnt man nicht wirklich den goldenen Hades für Originalität, aber diese Songs sind eine großartige Mischung aus sehr viel Black und ein wenig Speed Metal. Angelehnt an alte BATHORY ("Revenge By Fire" erinnert mich an "Sacrifice"), WATAIN ("Yee Naaldlooshiis" Refrain ist verdammt nah an dem von "Reaping Death") und NAGLFAR ("Bestial Winter") zaubert man dem, den Gehörnten preisenden, Schreiber ein apokalyptisches Lächeln auf die vergilbten Zähne. Das sind absolute Hits mit deftigem Sound, kratzig-fiesen Vocals, songdienlichen aber nie öden Drums und Speed-Metal-Soli wie aus den seeligen80ern. Diese Kapazunder live und die Fists werden geraised, die Schädel gewachelt und alle bekannten Dämonen beschworen.

Hinten raus fällt das Album leicht ab. Da fehlen ein wenig die zwingenden Songstrukturen. "The Wolves Throne" klingt nach den jüngeren WATAIN und wie man weiß, haben sich die Landsmänner von KVAEN mit den letzten Alben keinen wirklichen Gefallen getan. "The Wolves Throne" klingt genauso beliebig wie es die Songs von ihren schwedischen Kollegen in den letzten Jahren tun. "As We Serve The Masters Plan" vermag auch nicht wirklich zu begeistern. Zum Glück bekommt man mit "Bestial Winter" gekonnt die Kurve und hat einen massiv schiebenden Song geschrieben, der leicht an "I Am Vengeance" von NAGLFAR erinnert, hinten raus etwas abflacht aber noch immer mehr mordet als vieles, was derzeit im Genre verbrochen wird.

Gerne hätte man manches straffen können und Songs wie "The Wolves Throne" und das abschließende Instrumental "Hymn To Kvenland" sind verzichtbar, der Rest ist aber starker schwedischer Black Metal. 

Kann man so machen.

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (18.03.2020)

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