FB1964 - Dreams & Nightmares

Artikel-Bild
VÖ: 28.02.2020
Bandinfo: FB1964
Genre: Heavy Metal
Label: Bornkamp Records
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste

Bei manchen Künstlern muss man sich schon wundern. Die werkeln hart an ihrem Produkt und haben auch eine Vielzahl prominenter Mitstreiter  im Gepäck, aber wenn es um Werbung und Infos geht, so findet man da Null. Also entweder bin ich zu doof um etwas über diese Band bzw. dieses Projekt zu finden oder der Künstler will weiterhin unbekannt bleiben. Doof nur, wenn das Ganze sogar als "Charity"-CD zugunsten des Regenwalds verkauft werden soll. Auf der Facebook-Seite finde ich gerade einmal eine Tracklist und das Veröffentlichungsdatum, ansonsten wirklich GAR NICHTS. Keine Promo-Info - nada. Die letzte Insta-Nachricht ist 39 Wochen alt.

Ich finde dann noch heraus, dass es sich bei dem Namensgeber von FB1964 um Frank Badenhop (andere Stimmen nennen ihn auch Bornekamp?!?!)  handelt und dass "Dreams & Nightmares" bereits deren drittes Album ist. Die Stammband besteht  neben dem Namensgeber noch aus Bassist Mirko Gätje und Drummer Michael Wolpers (RUNNING WILD). Als Gäste am Mikro sollen Johnny Gioeli, Ronnie Romero, Anneke van Giersbergen, Henning Basse, Tim „Ripper“ Owens, David De Feis, Chris Boltendahl , Bobby „Blitz“ Elsworth am Start sein und auch Jeff Loomis von NEVERMORE an der Gitarre sowie Ally The Fiddle von SUBWAY TO SALLY an der Geige sind auf  "Dreams And Nightmares" angeblich beteiligt gewesen. Dies erfährt man aber nur, wenn man das Booklet der CD hat. Dem uns vorliegenden Download ist außer einem Scan des Covers ebenfalls keinerlei Infos beigefügt worden. Nun denn.

Kümmern wir uns also um das, was zählt - die Musik. "Mile To Mile" kann man gleich für eine HELLOWEEN-Hommage halten, das Riff erinnert sehr an "Future World". Am Mikro kreischt sich dabei offenbar Tim "Ripper" Owens durch den Song. Die Produktion ist durchaus druckvoll, wenngleich auch ziemlich roh. Am besten bei dem Opener ist der  ruhige Mittelteil des Sechsminüters und auch die zweistimmige Gitarrenarbeit kann überzeugen. "Ripper" ist wie immer Geschmackssache.

"Blood-Red Sky" mit weiblicher Stimme (Anneke van Giersbergen?!) ist etwas langsamer gehalten, kann aber mit seinem hymnischen Chorus durchaus punkten. Mit über sechs Minuten aber etwas zu lange geraten.

"Chaos" wird seinem Namen durchaus gerecht. Ein arg zerfahrener Song und der Gesang (erneut "Ripper"???) nervt mich hier doch leicht.

"Falling Deep" kann wieder leicht Boden gut machen, was die Vocals angeht (Romero?). Zwar kein Übersong aber gut hörbar.

Der Titeltrack ist eine knapp dreieinhalbminütige Instrumentalnummer, in der Franks Gitarrenkünste im Vordergrund stehen. Im Mittelteil gibt es einen ruhigeren, symphonischen Keyboard-Part zu hören, ehe am Schluss wieder Fahrt aufgenommen wird.

"Fever" ist von der schleppenden Tempo-Fraktion. Erinnert mich vom Riff her  etwas an "The Zoo" von den SCORPIONS. Ein kurzweiliger Song, der in einem schönen Chorus mündet.

Auf "Seven Deadly Dreams" singt unverkennbar Johnny Gioeli (HARDLINE/AXEL RUDI PELL). Der knapp achtminütige, von einem Geigensolo eingeleitete Track startet balladesk und mausert sich nach der Halbzeit  zu einem formidablen flotten Rocksong mit einigen irrwitzigen Gitarrensoli. Well Done!

"Guilty Conscience" hört sich wieder nach Ronnie Romero an (ich kann ja wie gesagt mangels Infos nur raten). Eher ein Song der höhepunktsarm an einem vorbeiwandert, auch wenn der Refrain noch ganz passabel ist.

Auch "Army Of Darkness" reißt keine Bäume aus, hier nervt der schrille weibliche Gesang doch etwas stark, und das künstlich in die Länge gezogene Outro (mit Marschgeräuschen unterlegt) ist auch eher fehl am Platz.

"Mechanix" startet sehr dumpf und basslastig, geht dann in einen Sphären-Choralgesang über und schlängelt sich so instrumental bis zum Ende durch. Eher als Zwischenspiel zu betrachten als ein echter Song.

"Evil Awaits" wird durch ein schickes, ruhiges Gitarrenintro eingeleitet. Am Gesang scheint sich David De Feis (VIRGIN STEELE) mit seinen typischen gepressten "Auuuus" und "Wauuus" abzumühen, seine Stimme ist ja durchaus polarisierend. Der Song an sich ist auch eher gewöhnungsbedürftig und lebt weitestgehend von der Sologitarre.

"Coming Home" ist die letzte Nummer des Albums, der Song ist endlich wieder in etwas flotterem Tempo gehalten und der Chorus könnte auch von RUNNING WILD stammen. Eine durchaus gelungene Abschlusshymne.

Zusammenfassend kann man sagen, dass "Dreams & Nightmares" eine durchaus kurzweilige und abwechslungsreiche Scheibe geworden ist, der durchaus größeren Publikumszuspruch verdient gehabt hätte. Zwar ist nicht alles Gold was glänzt und es sind auch ein paar schwächere Tracks enthalten, gerade in der zweiten Hälfte. Unverständlich für mich, dass es offenbar wirklich so gewollt ist, dass niemand von der Veröffentlichung erfährt. Die Scheibe gibt es weder physisch noch digital auf Amazon oder Itunes. Auf der Facebook-Seite ist lediglich eine EMail-Adresse angegeben (s.u.).

Ob das zum Erfolg führt (es handelt sich um eine AOL-Addy- gibt es die überhaupt noch??), kann ich jedoch nicht beurteilen. Eigentlich wirklich unfassbar, dass man da nicht zumindest ein kleines Werbeinfo schreiben kann, das is ja wirklich nicht allzu schwer oder zu viel verlangt. Aber somit dürfte sich "Dreams & Nightmares" fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit abspielen. Euer favorisiertes Online-Metal-Zine hat jedenfalls sein Bestes versucht und die Scheibe vorgestellt.

 

Kontakt: bornkampstudio@aol.com

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (23.03.2020)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: LAMB OF GOD - Lamb Of God
ANZEIGE