DANGEROUS PROJECT - Cosmic Vision

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VÖ: 08.02.2020
Bandinfo: DANGEROUS PROJECT
Genre: Neoclassic Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

In meiner Kindheit war der Begriff "Peruanische Musiker" noch eng mit Fußgängerzonen, Panflöten und bunten Ponchos verbunden. Zahllose Witze (meistens gar nicht mal so gute) ranken sich um dieses alte Klischee. Nicht zuletzt dank des Internets lernte allmählich auch der Rest der Welt, dass es durchaus auch spannende und ernstzunehmende Musik aus dieser Region gibt. Die Band DANGEROUS PROJECT aus Lima ist so ein Beispiel dafür.

Die Legende sagt, dass sich im Jahr 2015 der Bassist Eddy Geott und der Gitarrist Oscar Martin zusammenfanden, um ein altes Bandprojekt aus dem Jahre 2005 wiederzubeleben. Man begab sich also auf die Suche nach Mitstreitern und fand in Sänger Jose Gaona, Keyboarder Luber Elend und Schlagzeuger Miguel Franco drei Musiker mit ähnlichen musikalischen Vorlieben: MALMSTEEN, RAINBOW, ALCATRAZZ und ähnliche Speerspitzen des Neoclassic Power Metal. Man spielte zahlreiche Konzerte und Festivals und machte sich rasch einen Namen in der Heimat. Und irgendwie schafften es die fünf Jungs mit ihrer Debüt-Scheibe "Cosmic Vision" bis ins Stormbringer-Loft nach Österreich. Wie weit kann so eine Karriere noch gehen?

DANGEROUS PROJECT haben mich gleich von Beginn an gepackt. Wenn man so wie ich die frühen Alben von YNGWIE MALMSTEEN mit der Muttermilch aufgesogen hat, stellt dieses Album etwas mit einem an. Vom rasanten Opener "Hide In The Shadows" weg setzen die Peruaner den Hörer in eine Zeitmaschine, die die (wirklich!) guten alten Zeiten hochleben lässt: Oscar Martin ist ein begnadeter Gitarrist, der die Arpeggios in atemberaubender Geschwindigkeit aus den Fingern schüttelt, und dabei (ich traus mich kaum zu schreiben) sauberer klingt als sein großes Vorbild mit dem Ferrari-Amulett. In Kombination mit dem Cembalo werden alle Klischees erfüllt und es ist großartig. Oscar zeichnet übrigens auch für die Kompositionen und die Texte verantwortlich.

Der geschulte Neoclassic-Hörer mag jetzt bemängeln, dass er deutlich mehr als einmal in den gut 50 Minuten heftigste Deja-Vu Momente hat. Vieles hat man schon von den großen Vorbildern in gar nicht so anderer Version gehört. "Keeper Of The Sun" ist so ein Beispiel oder auch das Akustik-Intro der Halbballade "The Fire In My Heart". Doch das verzeiht man den Jungs gerne, weil sie das einfach technisch so fein und packend umsetzen, dass vor Freude kaum ein Auge trocken bleibt. Viel zu lange ist es her, daß eben diese genannten Vorbilder ähnliches zu Papier brachten.

Als jemand der Neoclassic Metal liebt, kommt man kaum umhin, dieses Album abzufeiern.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: adl (16.03.2020)

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