GREEN DAY - Father Of All...

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VÖ: 07.02.2020
Bandinfo: GREEN DAY
Genre: Punk Rock
Label: Reprise Records
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Lineup  |  Trackliste

Wohl niemand kann oder wird bestreiten, dass GREEN DAY zu den absoluten Vorreitern der Pop-Punk-Welle gehören. Als GREEN DAY und THE OFFSPRING 1994 ihre Werke "Dookie" bzw. "Smash" veröffentlichten, wurde der Punk Rock salonfähig und millionenfach verkauft. Und nun, 2020, steht ein neues Album der Kalifornier in den Regalen - und hoffentlich bleibt es auch da.

Als alter Fan der Band wurde das neue Werk mit Vorfreude in Empfang genommen. Auch die Nachricht, dass beim Video zum Song "Meet Me On The Roof" STRANGER THINGS-Star Gaten Matarazzo eine Rolle spielt, machte den Braten noch fetter. Ähm. Mit den ersten paar Songs stellt sich allerdings direkt eine Ernüchterung ein. Mit kritischem Blick auf die CD, ob nicht doch vielleicht ein Album einer anderen Band sich ins Case gemogelt hat, stellt man sich die Frage, was mit GREEN DAY passiert ist. Ist das ein Experiment, um die Die-Hard-Fans vom Rest zu trennen? Haben Billie Joe und Co. die Mannen von FRANZ FERDINAND, THE KOOKS oder BLUR ins Studio geladen, um uns allen einen Streich zu spielen? Bei den ersten beiden Nummern "Father Of All" und "Fire, Ready, Aim" erkennt man noch nicht einmal, dass hier Billie Joe hinter dem Mikro stehen soll. Und das ständige Klatschen verfolgt einen auf dem ganzen Album. Bei "Oh Yeah!" hat man dann endlich die erste Vermutung, dass es wirklich GREEN DAY sind. Das eben erwähnte "Meet Me On The Roof" dürften die meisten Zuhörer bereits kennen, ist aber leider auch nur eine halbgare Pop-Rock-Nummer, die mit viel Wohlwollen als eingängig und gut hörbar kategorisiert werden kann. Richtige Kracher, wenn man bei diesem Output noch einen gewissen Anspruch erwartet, sucht man vergebens. Alles plätschert vor sich hin, das alte Feuer, das GREEN DAY seinerzeit ausmachte, ist erloschen. Dabei kann man noch nicht mal sagen, dass ihnen die Ideen ausgegangen sind, denn neue Ansätze sind ja deutlich zu erkennen. Aber der Funke springt nicht über. Gut, "Stab You In The Heart" ist eine coole Rock 'n' Roll-Nummer, das muss man den Jungs zugstehen und "Sugar Youth" ist der einzige Track, der so richtig nach GREEN DAY klingt.

Experiment misslungen, das sollte eigentlich das Fazit sein, wenn es denn ein solches war. Wenn das Album unter dem Namen einer anderen Band veröffentlicht worden wäre, dann hätte das Fazit durchaus anders ausfallen können - auch wenn das aus dem Einheitsbrei keine bessere Wertung ergeben hätte. GREEN DAY sollten sich auf ihre alten Stärken zurückbesinnen, das stand ihnen wesentlich besser als dieser karge Versuch, den Indie-Rock zu kopieren. 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Ingo Nentwig (17.03.2020)

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