ALLEN / OLZON - Worlds Apart

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VÖ: 06.03.2020
Bandinfo: ALLEN / OLZON
Genre: Melodic Metal
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Projekte haben ja die Angewohnheit, dass sie des Öfteren Veränderungen unterliegen. Zum Ausprobieren, notgedrungenermaßen, weil irgendwas oder irgendwer gerade nicht "available" ist, oder aus diversesten anderen Gründen. Das Projekt von "Hauptprojektmanager" Magnus Karlsson und mit SYMPHONY X/ADRENALINE MOB-Sänger Russell Allen hatte bis dato mehr oder weniger nur eine Konstante. Russell Allen. Wurden die ersten drei Scheiben unter Federführung von Karlsson mit Allen und Jorn Lande eingesungen, tat sich für Album Nummer Vier "The Great Divide" die Tür auf für das Songwriting von Timo Tolkki (ex-STRATOVARIUS, AVALON) und markiert die Scheibe mit ordentlich Fußabdrücken, während das Sänger-Duo gleich blieb . 

Nun dreht sich der Reigen gleich zwei Stufen weiter. Nicht nur, dass Magnus Karlsson erneut mit an Bord ist, wird nun der holden Weiblichkeit ein 50/50-part zugeschoben und niemand geringerer als ex-NIGHTWISH bzw. THE DARK ELEMENT-Goldkehlchen Anette Olzon steigt mit in den melodiösen Ring. Ob das gut geht neben versierter Power-Stimme Allen? 

Nun, die Kluft zwischen den beiden Stimmfarben, was Genre und Richtung angeht, ist dann doch etwas weiter als beim bisherigen Zweitdarsteller Jorn Lande und somit der Drahtseilakt, die beiden zu gekonnten Duetten zu verschmelzen, doch mit größerem Feingefühl zu bewerkstelligen, als es bei den Vorgängeralben wahrscheinlich der Fall gewesen sein muss. Die versierte und wandelbare Stimme von Russell Allen, der beliebig zwischen vollkommen rein klingend bis raubeinig-reibeisen-like wechseln kann, trifft hier auf die glockenklare Klangfarbe von Anette Olzon, deren Stimme - so ordentlich und schön sie auch klingen mag - dann doch Wandelbarkeit und Kante missen lässt.

Generell findet man auf "Worlds Apart" solide und schön gezimmerte Songs, die allesamt durch eingängige Melodien und dem ein oder anderen hochkarätigen Solo glänzen. Einige wenige kraftvollere Tracks, eine breit gefächerte Midtempo-Front und die ein oder andere Power-Ballade beteiligen sich an dem "Worlds Apart"-Reigen. Die wenigen Songs, in welchen jeweils nur einer der beiden Sänger sein Solo durchzieht, sind, wenig überraschend, vollständig nach deren Stil eingefärbt. Allerdings wirken die Songs allesamt relativ gleichgeschaltet, fließen frisch-fröhlich und Gute-Laune-bringend daher und davon, schlagen aber nicht so richtig ein. Will man aber ein Album, bei welchem man schnell mitträllern kann, ist man hier spätestens nach dem zweiten Durchlauf voll dabei, bieten die ziemlich eingängigen und unkomplizierten Melodielinien hier stimmungsvolles Easy-Listening. 

Auf "Worls Apart" steht Anette Olzon in den Duetten (oder Duellen) der etwas biestigen Metal-Parts von Russell Allein mit ihren glasklaren Vocals beinahe schon als "Weichmacher" gegenüber, wenn sie ihre Parts ihrem Gegenüber entgegen flötet. Tatsächlich verliert die heavy Aufbereitung an Kraft und Kante, wird melodiöser, weicher, verspielter. Dies mag vielen gefallen und soll hier auch keine Kritik an der stimmlichen Leistung werden. Als Duett funktionieren die beiden allerdings nicht ganz so gut auf Augenhöhe, wie klarerweise die beiden Metal-Röhren der Vorgänger. Trotzdem ist klar, dass "Worlds Apart" als gute Scheibe mit schönen Songs und mitgelieferter guter Laune ohne weiteres gut funktioniert. 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (13.04.2020)

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