PARKWAY DRIVE - Viva The Underdogs

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VÖ: 27.03.2020
Bandinfo: PARKWAY DRIVE
Genre: Metalcore
Label: Epitaph Records
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Lineup  |  Trackliste

Nachdem sich PARKWAY DRIVE 2018 mit „Reverence“ höchst erfolgreich aus der Komfortzone gelehnt hatten, gibt es nun wieder Neues von den australischen Metalcore-Vorreitern. Mit „Viva The Underdogs“ stellten die Australier 2020 eine abendfüllende Dokumentation vor, die in ausgewählten Kinos gezeigt wurde. Mittels des Weges zum Wacken Open Air 2019, wird der Weg von PARKWAY DRIVE vom Underdog zur Band mit Headlinerformat nachgezeichnet. Begleitend zum Film erschien nun das Album zum Film, welches einen Großteil des dortig auf Zelluloid gebannten Auftrittes in Audioform ins Wohnzimmer bringt.

Titel wie „Prey“, „Crushed“ oder „The Void“ wecken wohlige Erinnerungen an die energiegeladenen Liveshows der Truppe, an donnernde Pyrotechnik und begeistert mitbrüllende Massen. Vor allem „Wild Eyes“ (aus dem auch die namensgebende Textzeile entlehnt ist) beschert dem Hörer auch ohne dazugehörige Bilder ohne Umschweife Gänsehautmomente, wenn ein Chor aus zehntausenden Kehlen textsicher mitsingt. Dazu ist auch die Aufnahme amtlich fett geraten, brät glasklar und druckvoll aus den Boxen und lässt dabei dem Publikum noch genügend Raum, um adäquates Live-Feeling zu transportieren.

Damit „Viva The Underdogs“ nicht als schnödes 08/15-Livealbum rüberkommt, haben sich PARKWAY DRIVE noch etwas Besonderes einfallen lassen: sie haben kurzerhand drei ihrer Songs („Vice Grip“, „The Void“ und „Shadow Boxing“) geschnappt und in eine andere Sprache transformiert. Und das ist – Überraschung – Deutsch! So wird aus „Vice Grip“ der „Würgegriff“ und aus „The Void“ „Die Leere“ - Shouter Winston McCall versteht es hier auf höchst überraschende Weise die tatsächlich schlüssig und rhythmisch umgedichteten Titel respektabel klar in der für ihn fremden Sprache zu artikulieren. Auch wenn es auf den ersten Moment ein wenig verstörend klingt, kann man zu dieser Leistung nur gratulieren. Für „Schattenboxen“ („Shadow Boxing“) haben sich PARKWAY DRIVE etwas Besonderes einfallen lassen und für die schnellen Rap-Parts CASPER engagiert, der dem Song nachhaltig seinen Stempel aufdrückt – für die im Metal-Bereich verwurzelten Fans werden sich hier wahrscheinlich ein weiteres Mal die Geister scheiden.

Dennoch ist „Viva The Underdogs“, trotz, oder gerade wegen der spannenden deutschsprachigen Experimente, die durchaus als Dankeschön an die treue deutschsprachige Fangemeinde der Band zu verstehen sind, ein Ohr wert. Schade ist lediglich, dass das gute Stück augenscheinlich nur als Audiovariante zu haben ist – ein Live-Mitschnitt der Wacken-Show oder die komplette Dokumentation wären schon auch reizvoll gewesen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden …? Jedoch verspricht – das muss man neidlos anerkennen – auch die vorliegende Audioversion sehr großen Unterhaltungsfaktor, gerade wegen des ungewöhnlichen Zusatzmaterials.

 



Ohne Bewertung
Autor: Anthalerero (04.04.2020)

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