AUGUST BURNS RED - Guardians

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VÖ: 03.04.2020
Bandinfo: AUGUST BURNS RED
Genre: Hardcore
Label: Fearless Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn es einem irgendwo im Metalcore-Universum NICHT langweilig wird, dann bei AUGUST BURNS RED. Teils wilde stilistische Sprünge, spielerisches Songwriting von enormer Bandbreite auf einem Bett aus hämmerndem Metalcore – AUGUST BURNS RED machten in der Vergangenheit immer wieder mit geradezu vor Ideen überbordenden Alben von sich reden, die die Band in den Olymp modernen Metals hoben und den Hörern ob der schieren Bandbreite so manche gedankliche Nuss zu knacken gaben. Mit ihrem neuen Output „Guardians“ verlassen die Amis ein wenig die allzu ausufernden Pfade und kehren wieder zu streckenweise eher straightem Songwriting zurück, doch ohne dabei etwas an Abwechslungsreichtum oder gar Biss einzubüßen.

Wenn man sich Abrissbirnen wie das brutal einfahrende „Defender“ oder das gnadenlos rohe „Bloodletter“ zu Gemüte führt, die beide das Potenzial haben den Hörer gepflegt mit der Kettensäge zu filetieren, ist schnell klar, dass auf „Guardians“ keine Gefangenen gemacht werden. Auf die Trademarks von AUGUST BURNS RED, das Zusammenspiel aus filigranen Gitarren, abwechslungsreichen, geradezu spielerischen Drums und hohem Aggressivitätslevel braucht also niemand zu verzichten. Gerade wenn das Tempo so richtig angezogen wird, der Sound so richtig aus den Boxen böllert, wie das in „Paramount“ der Fall ist, kann man sich im heimischen Wohnzimmer kaum noch beherrschen und therapiert den Quarantäne-Lagerkoller mit Freuden mittels kreativer Umgestaltung des heimatlichen Wohnraums.

Den prädestinierten Live-Killern stehen atmosphärische Songs wie „Lighthouse“ gegenüber, das von seinem fein austarierten Wechsel zwischen vertrackten, cleanen Gitarrensounds und kernigen Eruptionen lebt. Auch „Empty Sky“ oder „Extinct By Instinct“ lassen deutlich mehr Raum für Atmosphäre, mit Klargesang und Spoken Word Passagen, die einmal mehr das clevere, akzentuierte Songwriting von AUGUST BURNS RED hervorheben. In, man ist beinahe versucht „gewohnter Manier“ zu sagen, geht es bei „Ties That Bind“, „Dismembered Memory“ und „Extinct by Instinct“ zur Sache, sodass man gerne im heimatlichen Wohnzimmer schon zum Circlepit ansetzen würde. Worin das endet, sah man jedoch schon beim Brecher „Bloodletter“...

„Three Fountains“ wirft noch einmal eine große Portion Abwechslungsreichtum in den Sechsminütigen Topf und beschließt das Album mit einem weiteren Brecher, der einem die Beißerchen in der Kauleiste lockert. An die massiven, kantigen und teils schwer verdaulichen Vorgänger kommt „Guardians“ in dieser Form nicht heran, doch dafür ist es zugänglicher, fast eingängiger und stellt das Hörvergnügen in manchen Passagen dann doch über den technischen Anspruch, was höchst angenehm anmutet. AUGUST BURNS RED gelingt mit „Guardian“ ein rundum gelungenes Album, das genau die Menge an Eingängigkeit und Komplexität mitbringt, um sowohl schnell zu zünden, als auch Nachhaltigkeitspotenzial zu entfalten. Pipifein – weitermachen!

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (07.04.2020)

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