POSTHUMANBIGBANG - Jungle Eyes

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VÖ: 20.03.2020
Bandinfo: POSTHUMANBIGBANG
Genre: Progressive Metal
Label: Czar Of Crickets
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Lineup  |  Trackliste

Mit "Jungle Eyes" liegt das zweite Werk der seit 2009 bestehenden Schweizer Formation POSTHUMANBIGBANG vor. Bereits das Cover lässt es erahnen: Hier wird man von einer bunten Mischung erwartet, immer mit einer gewissen Düsternis und schweren Riffs im Hintergrund. Nach einigen Jahren Pause meldet man sich nun also mit einem großen Knall zurück - aber nicht ausschließlich. Durch die lange Schaffensphase hat sich viel kreativer Input angestaut, der nun in elf Songs, die es auf knapp eine Stunde und zehn Minuten Spielzeit bringen, darauf wartet, von vielen geneigten Hörern als das entdeckt zu werden, was es ist: eine Bereicherung im Progressive-Bereich.

Riffs, Klavier-Klänge, Synthesizer, duale Stimmgewalt, orchestrale Parts - alles in der richtigen Dosis, ohne überladen daher zu kommen. Keine unstrukturierte Wildheit des Dschungels, sondern eine gut ausgetüftelte Klanglandschaft. Was könnte der Band bei dieser Bandbreite an Einflüssen da schon noch als Sahnehäubchen-Ergänzung obendrauf eingefallen sein? Akkordeon und Percussion-Parts zum Beispiel. Der Übergang von Weltmusik in harschere Metal-Sphären und Überlappung mit dieser ist für POSTHUMANBIGBANG keine große Herausforderung.

Man merkt, dass man sich für Songwriting und Produktion genügend Zeit gelassen hat. Drei Jahre um genau zu sein, nachdem sich die Band nach der Veröffentlichung des selbstbetitelten Erstlings und einigen Konzerten eine Pause gönnen wollte und einige private Veränderungen ins Haus standen. So ließ sich Bandkopf Remo Häberli viel Zeit für die Entstehung von "Jungle Eyes", das fast vollständig aus seiner Feder stammt und autobiographische Geschichten aus dem Leben erzählt. Krisen bewältigen, sich aufrappeln und erstarkt daraus hervorgehen - diese Phasen lassen sich auf "Jungle Eyes" auch in vertonter Form leicht ausmachen. Ein ausgeklügeltes Klangkonzept und eine enorme Dichte zeichnen das Album aus. Dass Häberli reichlich Studio-Erfahrung hat, merkt man dem zweiten Werk deutlich an. Als gefragte Produktions-Adresse im Schweizer Underground war er auch während der PHBB-Pause nicht untätig. Da versteht sich von selbst, dass die makellose Produktion von ihm selbst übernommen wurde.

So findet man catchy Riffs in "Homebound II" und im Titeltrack, in "Bitter Tears" zusätzlich noch mit Synthesizer-Anstrich als Kontrastprogramm, das in ein Piano-Outro mündet und für zwischenzeitlich einkehrende Ruhe sorgt und den Übergang in das nachdenkliche "Bury" bildet. Auch die ruhigeren Phasen des Albums werden auf "Jungle Eyes" emotional und abwechslungsreich dargeboten. "Driftwood" beginnt mit Streichinstrumenten und Hörnern, ehe zum Metal-lastigen Uptempo gewechselt wird und in "Off" übergegangen wird, ein instrumentales Outro, das einen in fast schon meditative Stimmung versetzt. Und dann, über eine Stunde später, ist die Erkundung des musikalischen Dschungel-Dickichts nebst Sinnieren über das Leben auch schon wieder vorbei. Möge es bis zur nächsten Reise in ferne Klangwelten nicht wieder so lange dauern. Eine PHBB-Reise werde ich definitiv auch beim nächsten Termin buchen. Zugreifen, Progheads!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (09.04.2020)

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