IRDORATH - The Final Sin

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VÖ: 01.05.2020
Bandinfo: IRDORATH
Genre: Black / Thrash Metal
Label: Art Gates Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Death/Thrash mit glasklarem Sound, großer Musikalität und einwandfrei durchkomponierten Songs. IRDORATH veröffentlichen mit "The Final Sin" ihr fünftes Album im 15. Jahr ihres Bestehens. Dichte Riffgewitter, eisige Bergketten, gottesschändendes Gekeife und ein pfeilschnelles Schlagzeug föhnen fröhlich durch das heimische Vestibül.

Die Kärntner Band IRDORATH hakt mit ihrem neuen Album alle wichtigen Kästchen an. Die Bandmitglieder sind, wie wir schon länger wissen, potente Musikanten, die ein Gespür für Riffs und Atmosphäre ihr Eigen nennen. Craig an der Gitarre ist im Untergrund wohl einer der großen Meister seines Fachs. Aber auch der Rest der Gang weiß zu brillieren. Hier sitzt jeder Ton, hier eckt und hakt nichts, hier wird lupenrein dem Gehörnten gepriesen.

Das kann man mögen. Mir persönlich (als Subjekt urteilt man eben subjektiv) ist "The Final Sin" ein wenig zu sauber. Ich wünsche mir keinen Sound, der sich anhört, als ob man mit einer Flex einen laufenden Benzinrasenmäher attackiert oder den Klang eines adoleszenten Borderliners, der mit einer Rasierklinge seine Gitarre im laufenden Song zu stimmen versucht. Aber wir sind hier knapp an einem klinischen Klang. Die Drums sind im Mix ein wenig zu weit vorne, das nimmt den Gitarren einiges an Schärfe - beim Triggern hat man es noch dazu ein wenig zu gut gemeint.

Die Songs, obgleich einwandfrei geschrieben, sind für ihre Schublade auch einfach deutlich zu brav. Das erinnert mich ein wenig in die letzten BEHEMOTH-Alben. Alles fein und gut, aber eben nicht, wie soll ich sagen, richtig. Auch hier wieder: subjektiv. Dazu kommt noch, dass unter den Liedern, Riffmonster und aurale Gebirge die sie sind, kein wirklicher Hit zu finden ist. Riff an Riff, kurzes Zwischenspiel, Break, Riff, usw. - man hätte sich einige Fistraiser gewünscht.

IRDORATH sind fünf Musiker, die mit ihren Fähigkeiten das Zeug dazu haben, einen wirklichen Knaller zu schreiben. Vielleicht sollten sie sich ein wenig aus der Neo-BM-Wohlfühlzone verabschieden und etwas Schmutz mit an Bord nehmen.

Bei weitem nicht schlecht, aber halt auch nur knapp überdurchschnittlich.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (07.05.2020)

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