HEXVESSEL - Kindred

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VÖ: 17.04.2020
Bandinfo: HEXVESSEL
Genre: Folk Rock
Label: Svart Records
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Lineup  |  Trackliste

Mit HEXVESSEL verbindet mich nun doch schon eine längere gemeinsame Reise – irgendwann bin ich über „Cosmic Truth“ vom „When We Are Death“ Album (2016) gestolpert und sie zogen mich in ihren Bann. Beim Konzert im Chelsea in Wien konnten sie alle zuvor gesammelten Eindrücken bestätigen, vertiefen und vervielfachen – es war eine wirklich prägende und bereichernde Live-Performance.

Nun warten sie mit einem neuen Album auf, „Kindred“ landete in meinen Händen.
Der Opener „Billion-Year-Old Being” macht direkt klar: HEXVESSEL sind anders. Wesentlich dissonanter und aufdringlicher als sie mir bisher aufgefallen waren – mit krassen Tempo-Wechseln, eine wahre Stimmungsachterbahn. In Passagen kommt ein Hauch von „Dawnbearer“ (2011) durch – das Debütalbum von HEXVESSEL.

Seither ist viel Wasser die Donau hinunter geflossen und die Stimmen, die ihnen „Anbiederung“ und „Zahmheit“ unterstellt hatten, dürften nun leiser werden. Bei „Bog Bodies“ fühlt man sich, wie wenn man gerade etwas sehr sehr Gutes isst… und plötzlich kratzt man unabsichtlich mit der Gabel über den Teller. Ein Schauer… ein Moment des Unwohlseins… und dann wird man doch wieder in den wohligen Rausch der köstlichen Mahlzeit gezogen. Die Melodie ist streichelweich, wie samtiges Katzenfell… und dann kriegt man die Krallen zu spüren, für einen kurzen Moment, so kurz, dass man direkt danach nicht mehr sicher ist, ob es tatsächlich passiert ist.
„Demian“ ist verschnörkelt und absolut tanzbar, auch bei diesem Track ist man weit entfernt von der harmonischen Gemütlichkeit – wenn man tanzt, dann wohl Ausdruckstanz, denn nur dieser Stil vermag es all die unterschiedlichen Elemente zu visualisieren.


„Fire Of The Mind“ erzeugt sofort Bilder vor dem inneren Auge, spätestens bei


                                          --  the blacker the sun, the darker the dawn --


steht man mental irgendwo in Skandinavien an einem Fjord und sieht gedanklich der blutig-roten Sonne dabei zu, wie sie vom Himmel fällt.
„Joy Of Sacrifice“ taucht sehr tief in das vorhin beschriebene Gabel-auf-Teller-Gefühl, in Strecken ist dieser Track für mich schwer erträglich, so weit geht die Komposition über meine Schwelle des gerade-noch-Erträglichen, vielleicht kann es mir jemand nachempfinden. „Kindred Moon“ schlägt in die gleiche Kerbe, vielleicht liegt es an mir, dass ich mich nicht genug darauf einlassen kann, aber ich erwische mich dabei, dass sich meine Stirn runzelt und die Lautstärke auf ein Level gedimmt wird, das den Song gefühlt leichter hörbar macht. „Magical & Damned“...

 

                                          --  they say that hurricanes with female names can be all the more deadly --

 

...macht es mir so viel leichter, es zu lieben. Nicht nur der Text ist wunderschön, der ganze Track geht mir mitten ins Herz. Damit könnte für mich das Album auch vorbei sein –

„Sic Luceat Lux“ ertrage ich, aber nur noch ungern.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lee (17.04.2020)

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