BEGGAR - Compelled To Repeat

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VÖ: 03.04.2020
Bandinfo: BEGGAR
Genre: Sludge Metal
Label: APF Records
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Lineup  |  Trackliste

Um das gleich mal zu Beginn loszuwerden: hell yeah, was für ein Brett ist da den Briten von BEGGAR gelungen und wie haben die Jungs es geschafft, mich in den letzten sieben Jahren nicht zu erreichen? Umso besser, dass ihr frisch geschlüpftes erstes Full length Album nun bereits seit geraumer Zeit durch meine Kopfhörer hämmert und mir ein, zum Wetter passendes, (sonniges) Grinsen ins Gesicht zaubert.

Gleich der erste Track "Blood Moon" markiert die Marschrichtung und macht wiedermal klar, dass in dem unendlich breiten Über-Genre "Doom" auch Blastbeats und Up-Tempo-Passagen ihren Platz haben. Eigentlich ja eine klassische Liebesgeschichte, roher, hardcorelastiger Sludge im Flirt mit groovigem Stoner-Doom, das mutet heutzutage ja beinahe schon kitschig und banal an, wäre da nicht das muntere Kokettieren mit Black und Death Metal Einflüssen. Ähnlich wie schon bei anderen ausgezeichneten Sludge-Releases von 2020 (zB BISMARCK - "Oneiromancer" oder GRIN - "Translucent Blades") setzen BEGGAR ebenfalls auf Komplexität und Variationen.

Mein Anspieltipp auf "Compelled To Repeat" ist definitiv "Anaesthete", in meinen Augen ein feiner, rundum stimmiger Sludge Track der von allem etwas zu bieten hat, dabei aber nie kompliziert oder anstrengend wird, sondern stets dem roten Faden folgt - und vor allem auf dem unglaublich geilen, groovigen Lead-Riff bin ich total hängengeblieben. Die Briten stecken voller Ideen und nur eins ist sicher, es passiert auf dem Album garantiert nie das, was man erwartet hat! "Trepanned Head Stares At The Sun" zum Beispiel hat mich zum Schmunzeln gebracht, der Titel startet mit einem gemütlichen, träumerischen Psychedelic-Intro und verwandelt sich in kürzester Zeit mit einem alles vernichtenden Übergang in ein fieses Sludge-Monster. Diese Unberechenbarkeit macht es spannend und lässt den Zuhörer immer wieder unerwartete Passagen entdecken, die für sich, aber auch im Gesamtkonzept wirken. Es wird hier definitiv mehr geboten als "Riffs Riffs Riffs" - technisches Können, cooles Songwriting und auch der Sound überzeugt.

"Compelled To Repat" zwingt einen auf jeden Fall zu Wiederholungen und hat sich mit seinem rotzigen Charme auch schon einen Dauerspielplatz auf meiner Playlist erkämpft. In diesem Sinne eine klare Empfehlung, u.a. für Fans von EYEHATEGOD und IRON MONKEY und natürlich für alle, die von den ganzen 0815-Sludge-Stampfern und dem faden Stoner Gedudel die Schnauze voll haben.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Marlene Krempl (25.04.2020)

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