KING WITCH - Body Of Light

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VÖ: 24.04.2020
Bandinfo: KING WITCH
Genre: Doom Metal
Label: Listenable Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Nachdem das Debüt "Under The Mountain" der Edinburgher Fuß-vom-Gas-Nehmer aus dem Jahr 2018 bei mir doch etliche Anläufe brauchte, um einigermaßen zu zünden, war ich sehr gespannt auf den Nachfolger. Und was soll ich sagen, "Body Of Light" ist ein riesiger Schritt nach vorn für KING WITCH geworden!

60 Minuten lang wird der Hörer mit einer Mischung aus gewaltigem klassisch-epischem Doom und energiegeladenem Heavy Metal beglückt. Zu dieser großartig funktionierenden Stil-Symbiose gesellen sich immer wieder Classic-, Doom- und Psychedelic Rock Elemente, die der Musik das gewisse Etwas verleihen. Natürlich standen CANDLEMASS und BLACK SABBATH hier unverkennbar Pate. Dabei strahlen die neun Songs einen ungemeinen Abwechslungsreichtum aus, der von überbordenden, episch-bombastischen Passagen bis hin zum absoluten Minimalismus reichen.

Der Opener und Titelsong "Body Of Light" startet nicht gerade eingängig, sondern eher vertrackt, entfaltet nach mehrmaligem Hören aber eine ungemeine Faszination, während Lauras majestätische Stimme einen vom ersten Ton an gefangen nimmt. Danach folgt direkt schon DAS Highlight des Albums! "Of Rock And Stone" Ist ein dunkles, in weiten Teilen wunderbar melancholisches Meisterwerk, das immer wieder aus seiner Getragenheit ausbricht und mit traumhaften Hooklines und überirdischem Gesang glänzt. Zuweilen fühlt man sich ob der süßen Traurigkeit gepaart mit sich auftürmenden Klangwellen an WHILE HEAVEN WEPT erinnert, weil hier ein ganz ähnlicher Zauber geschaffen wird.

 

 

Die Mischung aus staubtrockenem 70s Rock verschiedenster Spielarten, flott voran galoppierenden Heavy Metal Passagen und episch melancholischem Doom ziehen sich auch konsequent durch den Rest des neuen Longplayers, ohne allerdings unter Qualitätsverlust zu leiden. Im Gegenteil, KING WITCH schaffen es, die selbst sehr hoch gelegte Messlatte bis zum Ende oben zu halten. Nachdem "Call Of The Hunter" gut sechs Minuten lang puren Retro-Charme versprüht, lebt "Return To Dust" von einem stetig wiederkehrenden Ohrwurm-Hauptthema, das direkt haften bleibt und sich problemlos in den Gehörgängen festsetzt.

In "Witches Mark" wird durchgehend aufs Gas getreten und purer traditioneller Heavy Metal geboten. Dagegen könnten die beiden Zehnminüter des Albums "Solstice I - She Burns" und "Beyond The Black Gate" durchaus aus der Feder eines Leif Edling stammen. Epic Doom per excellence! Der Letztgenannte und zugleich Rausschmeißer stellt dabei neben "Of Rock And Stone" zweifelsfrei das zweite herausstechende Highlight auf "Body Of Light" dar.

Fazit: Mit ihrem zweiten Album liefern KING WITCH ein kleines Doom-Meisterwerk ab, das mit Ideen- und Abwechslungsreichtum sowie Eigenständigkeit glänzt und sich hinter seinen großen Vorbildern in keiner Weise verstecken muß! Langzeitwirkung ohne Abnutzungserscheinungen garantiert.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (23.04.2020)

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