CLOVEN HOOF - Age Of Steel

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VÖ: 24.04.2020
Bandinfo: CLOVEN HOOF
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Fast auf dem Tag genau drei Jahre nach der Veröffentlichung von „Who Mourns For The Morning Star“ veröffentlichen CLOVEN HOOF ihr siebtes Studioalbum "Age Of Steel". Einzig verbliebenes Gründungsmitglied der im Zuge der NWoBHM entstandenen Band, Bassist Lee Payne, hat es wieder mal nicht geschafft, ein Album mit demselben Line-up wie den Vorgänger aufzunehmen. Bisher gab es bei CLOVEN HOOF erst zwei Studioalben mit gleichem Line-up (die Klassiker „Dominator“ und „A Sultan's Ransom“), sonst immer wieder wechselnde Musiker. Diesmal wartet die Band mit Ash Baker an der Leadgitarre und Mark Bristow am Schlagzeug auf, statt Luke Hatton und Danny White.

Diese Unbeständigkeit (vor allem auch der Sänger) ist ein Faktor der die Band immer etwas zurück hielt und für qualitativ etwas inkonsistenten Output sorgte (obwohl mit Payne zumindest der Songwriter gleich blieb). 
Das Coverartwork bei CLOVEN HOOF war nie herausragend, hatte sich aber mit den beiden letzten gesteigert und nun nochmal mit dem aktuellen, wenn es auch nicht unbedingt originell anmuten mag. 
Erhältlich ist „Age Of Steel“ digital, als CD, oder Vinyl LP in drei verschiedenen Ausführungen (150 Stück silbern, 100 Stück schwarz mit silber Splatter und 400 Stück reguläres schwarzes Vinyl).

Der Vorgänger „Who Mourns For The Morning Star“ machte zunächst einen recht guten Eindruck, klassisch, rifflastig, melodiös, kraftvoller Gesang, ist aber nicht besonders gut gealtert. Es fehlt das gewisse Etwas, das in einem das Verlangen weckt, das Album einfach so mal wieder hören zu wollen. 

„The Age Of Steel“ schlägt in dieselbe Kerbe ein wie „Who Mourns For The Morning Star“. Die ersten Takte von „Bathory“ erwecken große Erwartungen, doch dann setzt der Gesang ein. George Call ist wieder zu hören, die Stimme kräftig, aber irgendwie wirkt sie, und auch die Backing Vocals, deplatziert. Eine Stimme mit mehr und klareren Höhen hätten besser zu diesem musikalisch wirklich sehr gelungenem Stück gepasst. Russ Norths zum Beispiel. Oder Bruce Dickinsons. Dass die Band sich musikalisch gerne mal von IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST inspirieren lässt, ist nichts Neues, aber bei „Alderly Edge“ sind die Anleihen bei „Seventh Son Of A Seventh Son“ nicht zu überhören. Die fangen beim Intro an, über den Chorus, der eigentlich nur eine schnellere Version der Vorlage ist, bis dahin, dass Call hier seinen inneren Bruce Dickinson rauslässt. Bei "Apathy" entfernt man sich wieder von MAIDEN (hier kommt eher der PRIEST Einfluss durch). Ein solider Song aber nicht mehr. „Touch The Rainbow“ kann man sich anhören, wirkt aber wie ein uninspirierter Filler. „Bedlam“ fängt mit den Worten „In a cell all alone“ an, aber zum Glück versucht man sich hier an keinem „Hallowed Be Thy Name“ Abklatsch, stattdessen ist die Ballade trotz gutem Gitarrensolo recht langweilig und mit dem Backgroundgesang tut man sich auch keinen Gefallen (man sieht es förmlich vor sich, zwei Sängerinnen auf der Seite der Bühne, die leicht zu dem Song hin und her swingen, wie bei einem Roland Kaiser Auftritt). Mit „Ascencion“ und „Gods Of War“ nimmt das Album langsam wieder Fahrt auf, bevor mit „Victim Of The Furies“ mal wieder ein Highlight folgt. „Judas“ ist abgesehen von dem „la la la“-mäßigen weiblichen Backing Vocals auch recht solide. Mit dem Titelsong „Age Of Steel“ am Ende des Albums folgt noch ein tadelloser, klassischer Song ohne Schwächen aber auch ohne Höhepunkte.



CLOVEN HOOF dümpeln weiterhin in solider knapp-über-Mittelmäßigkeit dahin. Gerade auch im Vergleich zu ihren Zeitgenossen wie TYGERS OF PAN TANG, SATAN, DIAMOND HEAD oder ANGEL WITCH, die zuletzt richtig gute Alben ablieferten. Im Gegensatz dazu schaffen es CLOVEN HOOF nicht, einen ganz großen Wurf rauszubringen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Brigitte Simon (06.05.2020)

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