ELDER - Omens

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VÖ: 24.04.2020
Bandinfo: Elder
Genre: Psychedelic Rock
Label: Armageddon Music
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Lineup  |  Trackliste

Dass ELDER nach dem fantastischen "Reflections Of A Floating World" zu neuen Ufern aufbrechen würden, konnte man bereits an der folgenden, instrumentalen Jam-Session-EP "The Gold & Silver Sessions" ablesen, aber dass die Amerikaner der Schwere des Doom Metal komplett entsagen würden, um, ähnlich wie PALLBEARER auf "Heartless", leichtfüßig durch weitläufige Traumwelten zu wandeln, war erstmal nicht zu erwarten, macht das neue Werk "Omens" allerdings deshalb umso interessanter, weil es, sollten jemals überhaupt irgendwelche restriktiven Mauern das Repertoire umbaut haben, diese vollständig einreißt und sämtliche Ideen einfach wasserfallartig in die Täler des menschlichen Gehörs sprudeln lässt.

Dabei ist "Omens" nicht nur opulent produziert, sondern auch musikalisch ein Spektakel farbenfroher Texturen schwelgerischen Psychedelic Rocks. Die Riffs knirschen im rareren Spotlight zwar immer noch ("Omens" und "One Light Retreating"), doch insgesamt geben sich ELDER einerseits der Entschleunigung, die bestens zur aktuellen Virus-Situation passt und als fester Bestandteil entspannter Abende eingeplant werden darf, und andererseits der freigeistigen Entfaltung ihres gesamten Potenzials hin. Dass diese Grenzenlosigkeit nicht nur auf Gegenliebe stoßen kann, muss oder wird, prangt offensichtlich über den fünf Songs, speziell aber über "Halcyon", das stark nach auf Halluzinogenen improvisiertem One-Take klingt, dürfte sich für ebenso viele aber als abendfüllende Spielwiese erweisen, weil man einfach von der ersten Sekunde an abtauchen kann. Abtauchen in Nick DiSalvos charismatischen Vocals, abtauchen in die psychedelischen Tiefen eines "In Procession", abtauchen in die sanfte Melancholie eines "Embers", einfach abtauchen. 

Was sich auf "Reflections Of A Floating World" in Teilen andeutete, wird auf "Omens" durchgängig umgesetzt. Nicht selten kommt der Eindruck auf, dass es frei von jeglichem Stress und Erwartungsdruck entstanden ist, dass man die fünf vielfältigen Longtracks einfach geschehen und entstehen liess. Auf "Omens" verschmelzen die Leichtigkeit einer Jam-Session, Stoner-Doom-Elemente und nostalgischer Psychedelic Rock zu einer einladenden, weltvergessenen und positiven Atmosphäre, die trotz der offerierten und fast schon offensiven Experimentierfreudigkeit der einzelnen Stücke das große Ganze stets ersichtlich macht und dadurch eben nicht wie eine zersplitternde Diashow, sondern wie ein üppiges Gemälde klingt. Großartig!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Pascal Staub (27.04.2020)

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