TWITCH OF THE DEATH NERVE - A Resting Place For The Wrathful

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VÖ: 27.03.2020
Bandinfo: TWITCH OF THE DEATH NERVE
Genre: Brutal Death Metal
Label: Comatose Music
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Lineup  |  Trackliste

TWITCH OF THE DEATH NERVE, die sich nach einem 1971er Horrorfilm benannten, haben schon 2004 damit begonnen, Musik zu machen. Allerdings gab es vor 2019 nur einen einzigen Auftritt der Band und das erste Album „A New Code Of Morality“ erblickte auch erst 2014 die Dunkelheit der Welt. Nun präsentieren sie ihren Technical Brutal Death Metal auf Album Nummer zwei: „A Resting Place For The Wrathful“.

Und tatsächlich ist es, was der Titel verspricht: ein akustischer Ort zum Verschnaufen für Zornerfüllte. Der Brutal Death Metal wird meist vom äußerst gekonnten Repertoire der Todesvocals gekonnt zugespitzt: tiefe Dauergrowls, gelegentlich von Deathcore-typischem Keifen und Slam- sowie Goregrind-Laute begleitet – dies alles in erstklassigem Klang. Dazu passt die Präzision der Instrumente, die der brutalen Musik nicht umsonst den Genrezusatz Technical gibt. Zur gewaltigen Brutalität gesellt sich also beeindruckender spielerischer Anspruch. Außerdem wird der Mixtur ein überwältigendes, zutiefst böses Grollen beigemengt. Wenn „A Resting Place For The Wrathful“ läuft, kann sich der Hörer entspannt zurücklehnen und seinen eigenen Zorn für etwas mehr als 25 Minuten vergessen, projizieren, stellvertretend herausbrüllen lasen. Mehr Groll passt ja auch gar nicht in einen Raum.

„Und heute rülpst für Sie: der Presslufthammer!“

Mit diesen Worten versuchte mir die hochgeschätzte Kollegin FiniMiez das Album schmackhaft zu machen. Abgesehen davon, dass ihr das durchaus gelungen ist, denke ich, dass sie die technische Finesse des Londoner Trios unterschätzt hat. So lasset mich derer analog reartikulieren:

„Es eruktiert itzo im Trachten, Euch zu ergötzen: der pneumatische Meißel!“

Nicht unerwähnt lassen möchte ich das Erscheinungsbild der drei musikalischen Gewaltexzentriker, denen man ohne Zögern abnehmen könnte, dass sie gerade erst jeweils eine Gruppe übelster Hooligans zum Frühstück verputzt hätten, sich bei ihnen aber schon wieder ein Hüngerchen regte. Ähnlich beeindrucken kann auch die Optik der Platte, für die Tentacles and Teeth (Richard Luong) verantwortlich zeichnet.

Fazit:

Im Grunde fehlt es dem zweiten Album „A Resting Place For The Wrathful“ der britischen Technical-Brutal-Death-Metaller TWITCH OF THE DEATH NERVE an nichts, was der Freund des äußerst gepflegten Grollgewitters vermissen könnte. Lediglich einige Akzentuierungen und Zuspitzungen, die nachhaltig im Gedächtnis bleiben könnten, wären noch eine nette Hasskirsche auf dem nicht gerade sehr langen technisch-brutalen Gewaltkuchen gewesen. Nichtsdestoweniger kann hier nur eine dringende Empfehlung ausgesprochen werden für alle Fans der technisch besonders sauberen Todesbrutalität.

 

Um Missverständnissen in der Notenvergabe vorzugreifen, sei hier erwähnt, dass es sich bei 3,5 Punkten um eine sehr gute, bei 4,0 Punkten um eine außergewöhnlich starke Platte und bei 4,5 Punkten um ein überragendes Ausnahmealbum in der Meinung dieses Review-Autoren handelt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Jazz Styx (04.05.2020)

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