OFERMOD - Pentagrammaton

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VÖ: 22.06.2020
Bandinfo: OFERMOD
Genre: Black Metal
Label: Shadow Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

OFERMODs eigentlicher Erstling wurde unter desaströsen Bedingungen aufgenommen. Grund genug scheinbar, die Schwarzeiche 2020 neu abzumischen und neu mastern zu lassen. Zufälligerweise vom selben Herren, der es auch schon 2005 gemacht hat, Tore Stjerna. Das alles im Necrobmorbus Studio in Stockholm.

OFERMOD starteten 1998 mit einer der bösartigsten Aufnahmen der gesamten Black Metal Welt, der Single/EP "Mystérion Tés Anomias", einem Stich mit einem glühenden Speer mitten ins Auge. Und das ist auch gleich die Krux der Combo um den verhaltenselastischen, gerne einmal auf staatliche Kosten wohnenden Mike "Balfagor" Hakola. Wenn man mit so einem Brecher in die Karriere startet wirds zäh, diesen zu übertreffen.

Vorweggenommen, auch das offiziell erste und nur quasi wiederveröffentlichte "Pentagrammaton" kommt nicht in die Nähe der Kultsingle, lässt aber zumindest die sterilen und aseptischen "Tiamtü" und "Thaumiel" hinter sich. Mit "Sol Nox" aus dem sonnigen Jahr 2017 klang man dann schon wieder etwas dreckiger.

Zurück zu "Pentagrammaton": Man könnte hier natürlich ein BM-typisches Review verfassen, wie es tausende im Netz gibt, die sich mit aberwitzigen Adjektiven nur so überbieten, jeden, aber auch wirklich jeden Release als "lange ersehnt" und "genre-definierend"  und wahlweise den Gehörnten, irgendeine sumerische Gottheit oder das Chaos an sich preisen. Also ungeschaute vier von fünf Punkten oder gleich Album des Jahres (wobei das natürlich auch in vielen anderen Genres passiert).

Um eine Verbindung zum dann wirklichen Erstling herzustellen, hat man das Titellied von "Tiamtü" gleich noch einmal für das aktuelle Album verwendet und ich muss ganz ehrlich sagen, dass das mit das wohl ödeste Stück Satansespresso überhaupt ist. Klar, werden sich die Nerds eingedenk der beinahe schon progressiven Ansätze mit Freude in Muttis Schminkkoffer stürzen, aber wenn man ehrlich ist, sind das fast sieben Minuten lupenreine Fadesse.

Das Album ist generell recht zügig aufbereitet und weiß mit einem recht starken Sound aufzuwarten, abgesehen von den Drums, die fürchterlich klingen. Necromorbus-Tischtennis-Turnier kann ich da nur sagen. Das macht das Album vor allem via Kopfhörer wirklich schwierig zu hören.

Das Songmaterial insgesamt ist typisch schwedisch, die Melodien erinnern an uralte WATAIN, ohne Kopien zu sein. Ihr werdet schon gemerkt haben, es macht mir nicht wirklich Freude, über das Album zu plaudern. Es ist trotz des durchaus starken musikalischen Vortrags einfach nichts, was in den Ohren hängen bleibt. Da bin ich leider der Überzeugung, dass ein schlecht eingespieltes Album manchmal mehr Charme hat als diese endlosen Nummern, mit denen uns OFERMOD hier peinigen.

OFERMODs "Pentagrammaton" hätte wohl zu seinem eigentlichen Veröffentlichungszeitpunkt für Aufsehen gesorgt, heute stellt sich deswegen wohl keiner mehr in den nordländischen Schnee.

 



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (21.06.2020)

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