TRIPTYKON - Requiem - Live At Roadburn 2019 with The Metropole Orkest

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VÖ: 15.05.2020
Bandinfo: TRIPTYKON
Genre: Black Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Und damit wird die "Requiem" - Trilogie nun endlich abgeschlossen. Was einst 1987 mit "Rex Irae" auf "Into The Pandemonium" mit CELTIC FROST begann und 2006 mit "Winter" auf "Monotheist" ein vorläufiges Ende nahm wird nun mit dem Mittelstück "Grave Eternal" zu einem bombastischen Finale gebracht. Geplant und begonnen wurde die Mitte des "Requiem" bereits vor einiger Zeit, nur kam der Fertigstellung der erneute Split von CELTIC FROST 2008 dazwischen

Dieses Fragment aufzulesen und in die vorliegende Form zu verbringen war nun die Aufgabe von TRIPTYKON. Der Begründer des Roadburn Festival, Walter Hoeijmakers, kontaktierte Tom G. Warrior und dieses Gespräch war der Anstoß, den der Schweizer brauchte, um das "Requiem" für den Liveauftritt am 2019er Roadburn fertigzustellen.

Metal mit Orchester ist mittlerweile kein kühnes Unterfangen mehr, allein, es gibt unzählige Totalschäden, die mit der Verbindung dieser Genres verbrochen wurden. Ein wenig Gefiedel, eine ambitionierte Pauke und ein entfesselter Bläsersatz machen noch kein gediegenes Meisterwerk.

Doch lassen wir den Meister selbst zu Worte kommen:

„… Dieses Album ist das Ergebnis von zwei Jahren leidenschaftlicher Arbeit und markiert den Abschluss einer musikalischen Idee, die vor über drei Jahrzehnten erstmals in Betracht gezogen wurde. Darüber hinaus repräsentiert dieses ‚Requiem‘ auch die erste Aufnahme von Schlagzeuger Hannes Grossmann mit TRIPTYKON​, und wir sind sehr stolz darauf. Es war eine unglaubliche Ehre, mit dem Metropole Orkest, dem Dirigenten Jukka Iisakkila, der Gastsängerin Safa Heraghi und dem angesehenen Roadburn Festival zusammenzuarbeiten. Tatsächlich hätte es keinen besseren Partner für das Requiem-Projekt als Roadburn geben können. Wir veröffentlichen dieses Requiem-Album in Erinnerung an unsere zutiefst vermissten Freunde und Mitarbeiter Martin Eric Ain und HR Giger. „

Die Erwartungen waren also riesig und wenn man sich Zeit lässt, in dieses Album einzutauchen, dann erfährt man etwas ganz Anderes, als man bisher mit Metal in Verbindung gebracht hat. Natürlich weiß man seit "Into The Pandemonium", dass CELTIC FROST/TRIPTYKON anders funktionieren als so ziemlich jede andere Metal-Band auf unserem Globus. Hier aber verbinden sich die Musiker zweier Welten aber zu einer Symbiose, wie ich sie so noch nicht hören durfte. 

"Grave Eternal" ist wohl das massivste Stück dunkler Musik seit vielen, vielen Jahrzehnten. Trotz der beinahe jazzigen Bläser, trotz des PINK FLOYD-Solos und der hörbaren Stille immer wieder, sollte man sich dem Stück hingeben und man wird in Gefühlswelten gezogen die so mächtig sind, als beobachtete man eine Glazialverschiebung. Eine Geige spielt, ein Glockenspiel dahinter, ein Chor kommt und verschwindet auch sofort wieder, Hannes Grossmanns äußerst reduziertes Schlagzeugspiel akzentuiert die klassischen Teile dieses Monolithen, welcher eher für ein Opernhaus als für ein Festival erschaffen worden scheint, der Bass drückt dich gegen die Wand und die Bläser sorgen dafür, dass du nicht so schnell davon wegkommst. Hier hört man wunderbar, wie es ist, ein echtes Orchester hinter sich zu haben, als das Power Metal-Synthie-Gequietsche, welches uns seit Jahren die Magensäure bis in Augenhöhe steigen lässt. [Anm. d. Lekt.: Herr Kollege, wir müssen reden.]

Die Dreiviertelstunde verlangt dem/der Hörer*in einiges ab, funktioniert am Besten im Dunklen mit Kopfhörer. Aber diese Dreiviertelstunde schenkt den Fans auch ein Werk, wie es so, wenn überhaupt, schon lange nicht mehr offeriert wurde.

Das ist dunkle Musik auf allerhöchstem Niveau. Mehr geht nicht!

 

 



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (15.05.2020)

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