WALTARI - Global Rock

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VÖ: 20.03.2020
Bandinfo: WALTARI
Genre: Crossover
Label: Metalville
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Lineup  |  Trackliste

Fünf Jahre musste man auf ein neues Album von WALTARI warten, so lange haben sich die Finnen bislang noch nie damit Zeit gelassen, neues Material unter die Leute zu bringen. Musikalisch ist auf alle Fälle alles beim Alten geblieben, noch immer mischen sie sämtliche möglichen und unmöglichen Stile wild zusammen und am Ende klingt es dank der markanten Stimme von KÄRTSY trotzdem immer nach WALTARI. 

Wie viele dieser zusammengebastelten Songs dann am Ende pro Platte auch wirklich funktionieren, dürfte gefühlt ohnehin stets dem Zufall überlassen worden sein. „Big Bang“ und „Radium Round“ konnten zum Beispiel mit einer beeindruckenden Hitdichte aufwarten, während von ihrem letzten Album „You Are Waltari“ eigentlich keine einzige Nummer im Gedächtnis geblieben ist.

„Global Rock“ befindet sich qualitativ ziemlich genau in der Mitte dieser beiden Extreme, und vor allem gelingt es der Band wieder, echte Überraschungsmomente zu kreieren, was ja eigentlich zu den Stärken von WALTARI gehört, und auf dem Vorgänger definitiv gefehlt hat. So hat man die ersten beiden Songs zur allgemeinen Verwirrung dann auch gleich nach Musikrichtungen benannt, obwohl weder „Postrock“ noch „Metal Soul“ die in den Titeln angeführten Zutaten enthalten. Dafür findet man auf der Platte im späteren Verlauf noch unbeholfene Rap-Einlagen („Skyline“), schwülstige Balladen („Sick`n`Tired“) sowie lockere Alt-Pop Nummern („Sand Witch“). 

Als besonderes Schmankerl sticht dann jedoch noch „Boots“ heraus, eine Nummer die stellenweise so klingt, als hätte eine Eurodance Truppe gemeinsam mit James Hetfield eine Jamsession eingelegt, bei der zwischendurch auch noch NANCY SINATRA zitiert wird (hier natürlich in „These Boots Are Made For Rockin“ umgedichtet). Die anschließende Coverversion von CANNED HEATS „Going Up The Country“ ist zwar nicht minder bescheuert, wirkt im direkten Vergleich dann aber doch schon beinahe bieder. 

Es ist wirklich beeindruckend, dass die verrückten Finnen ihren seltsamen Crossover-Mix seit über 30 Jahren so erbarmungslos durchziehen und in dieser langen Zeit nichts von ihrer Verspieltheit eingebüßt haben. Wie eingangs bereits erwähnt, kann da natürlich keine wirkliche Konstante aufkommen und manchmal passen die vielen Ideen auch gar nicht zusammen, aber solange es ihnen gelingt solche Kracher wie „Boots“ heraus zu hauen, seien ihnen auch sämtliche Fehlschläge verziehen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: bender (07.05.2020)

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