ANCIENT CURSE - The New Prophecy

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VÖ: 29.05.2020
Bandinfo: ANCIENT CURSE
Genre: Progressive Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Dinge die ich mich frage, während ich Promos höre: Wo treiben unsere Freunde von Pure Steel Records eigentlich immer diese Bands auf, die neunzehnhundertirgendwasachzig gegründet wurden, nach zwei Demos von der Bildfläche verschwanden und plötzlich mit einem neuen Album wieder auf dem Bildschirm aufpoppen, welches so authentisch klingt als hätten die dazwischen liegenden 30-jährige Musik-Evolution nie stattgefunden. Nun gut, zumindest Letzteres trifft auf ANCIENT CURSE definitiv nicht zu. Denn obwohl die Mannschaft ihr letztes Album ("Thirsty Fields") vor rund 25 Jahren gemeinsam einzimmerte, steht der Sound von ANCIENT CURSE mit beiden Beinen fest im 21. Jahrhundert.

ANCIENT CURSE wollen laut Bandinfos weder Power Metal- noch Prog Metal-Band sein. Und sind dennoch beides, zumindest irgendwie. Die Grundausrichtung geht klar in Richtung traditioneller US-Power Metal. Die Band flirtet gerne mit thrashigen Elementen und ufert im Songwriting gerne aus. Das wirkt sich natürlich in der Länge der Songs aus, welche die fünf Minuten Marke meist deutlich übersteigen. Gerade Takte und Strukturen wie beim Albumopener "We Follow The Signs" sind eher die Ausnahme und scheinen die Jungs eigentlich zu langweilen. Den Gedankengängen von ANCIENT CURSE zu folgen ist nicht immer ganz einfach. Lange Instrumentalteile wechseln sich mit Strophen ab bevor der Hörer mit einem Hook wieder abgeholt wird. So beispielsweise beim Refrain von "Forever Young", wo die Chöre für meinen Geschmack ruhig noch etwas fetter ausfallen hätten können, dann wäre man schon bald auf SYMPHONY X  Niveau. Ähnlich verhält es sich mit den beiden stärksten Tracks des Albums, "The Shadow" und vor allem "One Moment Of Fortune". Hier spielen ANCIENT GATE ihre Stärke voll aus. Melody meets Complexity, und das auch in der richtigen Dosis. Mit dem titelgebenden "The New Prophecy" kehren ANCIENT CURSE am Ende des Albums nochmal auf den zu Beginn des Albums eingeschlagenen Teutonen-Pfad zurück und klingen dabei nach typisch deutscher Melodic/Power Metal Band. So wirklich überzeugend sind sie dabei aber nicht.

Man hat den Eindruck, ANCIENT GURSE wollen mit ihrem Comeback-Album die verlorene Zeit der vergangenen 25 Jahre wieder aufholen. Es steckt viel Kreativität in dieser knapp 60-minütigen CD, aber auch noch sehr viel Unausgereiftheit. Ein bisschen zuviel Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand und ein bisschen zu wenig eigene Identität. Und dennoch hat diese Band etwas, das mich neugierig auf die weitere Entwicklung macht und ich hoffe sie bleiben am Ball.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: adl (21.05.2020)

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