WOLFTOOTH - Valhalla

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VÖ: 22.05.2020
Bandinfo: WOLFTOOTH
Genre: Heavy Metal
Label: Ripple Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Siebziger. BLACK SABBATH. Stoner Doom Retro Metal. Schon wieder so 'ne Combo. Gibt ja erst drölfzigtausend davon. Könnte man meinen...

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn die vier Herren aus Richmond (Indiana) huldigen auf ihrer Suche nach dem Allmächtigen Riff zwar deutlich hörbar dem großen Vorbild aus Birmingham (und tüten somit schon mal die drei Genres ein, die Black Sabbath erfunden haben, Heavy, Stoner und Doom Metal). Zu ihren Einflüssen zählen aber auch die Hardrock-Legende RAINBOW sowie SIR LORD BALTIMORE, die als eine der ersten Bands überhaupt Anfang der Siebziger mit dem Schubladen-Begriff Heavy Metal etikettiert wurden. Dazu gesellen sich Vorlieben für HIGH ON FIRE, LED ZEPPELIN, WOLFMOTHER und (ja, wirklich!) SOUNDGARDEN. Ein wahrlich illustrer Soundpool, aus dem WOLFTOOTH ihre Inspiration schöpfen. 

Die Scheibe startet mit "The Lamentation Of Frigg", einem traumhaft schönen Akustikgitarren-Intro. Danach folgt "The Possession" und katapultiert den Hörer geradewegs in die SABBATHsche "Paranoid"-Phase. Dabei gelingt WOLFTOOTH allerdings das Kunststück, so dicht wie sonst nur COUNT RAVEN an den Briten zu sein, ohne dabei zur Kopie zu degenerieren. Klasse Auftakt! Die starke Nähe zu BLACK SABBATH liegt allerdings auch sehr in der speziellen Stimme Chris Sullivans begründet, der ähnlich wie COUNT RAVENs Fodde schon ein ziemliches Ozzy-Organ besitzt. Weiter geht es mit dem starken "Firebreather" und dem ersten Album-Highlight "Valhalla".

Apropos "Valhalla", die lyrische Bandbreite des Longplayers umfasst nicht, wie Cover Artwork und Albumtitel vermuten lassen, ausschließlich die nordische Mythologie. Vielmehr wird auch die griechische Historie beackert, dazu gesellen sich Texte über Bessenheit, Zauberer und sinkende Schiffe. 

Die meisten Stücke bewegen sich im flotten Midtempobereich. Und auch wenn das ganze Album schon eine gewisse doomige Schlagseite hat, dominieren doch in weiten Teilen eingängige Retro und Stoner Metal Riffs die zumeist herrlich groovenden Tracks (wo die Band allerdings die auf ihrem Waschzettel angepriesenen Bay Area Thrash Komponenten versteckt hat, ist mir schleierhaft).

Ebenfalls als herrlich einzustufen ist, dass WOLFTOOTH den Qualitätslevel auf "Valhalla" kontinuierlich hoch halten und mit dem Closer "Juneau" zum Abschluß sogar noch einen weiteren (neben dem Titelsong) echten Hit raus hauen.

Soundtechnisch knarzt und knackt es an allen Ecken und Enden, dass es ein wahre Freude ist. Analoge, leicht kratzige Klänge erzeugen diesen wunderbaren, für die frühen Siebziger so typischen, leicht muffigen, aber nicht dumpfen Studiosound, der den Stücken eine enorme Sympathie verleiht. Wirklich exzellente Arbeit von Jeremy Lovins, der für die Produktion, das Mixing und das Mastering verantwortlich zeichnet. 

 

Fazit:

"Valhalla" ist eine tiefe Verbeugung vor den frühen BLACK SABBATH, angereichert mit einer ordentlichen Portion Proto Metal und einer bisweilen sogar leicht bluesigen Stoner Doom Atmosphäre. Das Album verkörpert auf natürliche und ungezwungene Art und Weise den Spirit der Seventies, als der Metal laufen lernte, und transportiert diesen Geist charmant und mit Herzblut in unsere heutige Zeit. Ob WOLFTOOTH auf ihrer bisherigen Reise das Allmächtige Riff bereits gefunden haben, vermag ich nicht zu sagen, was die Qualität iherer Songs angeht, sind Amis allerdings schon verdammt nah dran.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (20.05.2020)

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