BLACK INHALE - Resilience

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VÖ: 29.05.2020
Bandinfo: BLACK INHALE
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Stamping Ground Records / Warner Music
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Lineup  |  Trackliste

Vor vier Jahren brachten uns BLACK INHALE das selbstverschuldete Schleudertrauma direkt ins Wohnzimmer und prügelten uns mit dem großartigen „A Doctrine Of Vultures“ windelweich. In der Zwischenzeit mussten Schreihals und Saitenwürger Schlo und Schlagzeuger Boris gezwungenermaßen die Band zur Hälfte umbauen und mit Andrés und Mauro neue Mitglieder an Gitarre und Bass integrieren. Diese wurden dann entsprechend auch in den Schaffensprozess des dritten Albums der heimischen Rabauken eingebunden – und herausgekommen ist mit „Resilience“ eine wütende Abrissbirne vor dem Herrn, zu der man sich einmal mehr gepflegt die Nackenwirbel aushängen kann.

Die Ureigene Mischung von BLACK INHALE, ein erfrischend-knackiger Bastard aus breitwandig-melodischem Todesmetall, satt am Watschenbaum rüttelnden Thrash-Riffs und einer großen Portion streckenweise ganz sachte in Progressive Bereiche schielender Technik, kickt auch auf „Resilience“ fettestens in die edelsten Teile. Schon mit dem düster-bedrohlichen „Dissocation“, das als Opener gleich mit ordentlich Schub um die Ecke kommt, macht der Vierer massig Lust auf die kommenden 45 Minuten. Titel wie „Escape Room“ oder „4th Dimension“ grooven und walzen heftig und watschen den Hörer brutal ab, und selbst ein auf den ersten Blick eher auf Nummer Sicher gehender Titel wie „Final Sorrow“ kann dank starkem Spannungsbogen amtlichen Druck aufbauen.

Kleine Verschnaufpausen im Riffgewitter bieten die beiden Interludes „Absorbing Energy“ und „Illusion“, die hauptsächlich mit Akustikgitarren geradezu sphärische Atmosphäre aufbauen und perfekt in die jeweiligen Folgetitel überleiten. Der Titeltrack „Resilience“ weiß es nach solcherart Spannungsaufbau, nach stimmungsvoller Einleitung des Songs mit Cleangesang und Akustikgitarren, ordentlich die Sau rauszulassen. Das kantig-aggressive „Jaded“ fickt den Gehörgang dafür so richtig durch, ehe „My Wish 2 Bleed“ mit epischer Schlagseite und etwas moderner orientiert den nächsten Brecher markiert.

Das Highlight der Platte folgt zum Schluss, mit der Interlude „Illusion“, die ruhig und getragen beginnt und dann mit dem Einsatz pumpender Drums in einnehmenden Spannungsaufbau kippt und den Boden für das massive Statement „The Cube“ bereitet. Letzteres feuert als Rausschmeißer nach einem beängstigen Auftakt mit computergenerierter Stimme eine derartig brutale Breitseite mit streckenweise bis zum Anschlag durchgetretenem Gaspedal ab, dass es einem bei vollem Bewusstsein mit dem Maschinengewehr die Gehirnwindungen aus dem Schädel ballert. Was für ein Abschluss!

Um die Zukunft von BLACK INHALE braucht man sich keine Sorgen (mehr) zu machen. Die unfreiwillige Frischzellenkur hat das Beste in dem Vierer zu Tage gefördert, was sich in dem kompromisslosen, extrem dicht arrangierten und doch an den richtigen Stellen geradezu verspielten „Resilience“ manifestiert. Eine Gnackwatschn vor dem Herrn, die BLACK INHALE da mittels bekannter Zutaten zusammenzimmern und von der man sich nur zu gerne hingebungsvoll das Rübchen plattdrücken lässt. So gehört sich das – weitermachen!

Bock auf die Platte bekommen? Wir verlosen drei Exemplare im Rahmen eines Gewinnspiels!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (26.05.2020)

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