PHONOMIK - Brain Bleeder

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VÖ: 28.02.2020
Bandinfo: PHONOMIK
Genre: Progressive Power Metal
Label: El Puerto Records
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Lineup  |  Trackliste

PHONOMIK - Danish Dynamite. So wurden mir die Herrschaften, die krachenden und weitgehend großartig groovenden Metal mit dezent eingestreuten Progressiv-Einlagen auf den Teller legen, angekündigt. Und dieses Mal ist keines dieser Worte eine Lüge. Nicht nötig, um den heißen Brei herum zu reden: Minimalistisch gehaltene Zündschnur, ordentlich Druck in Musik und Vocals, explosive Rhythmik und nicht eine Sekunde Langeweile auf den 13 Songs. So macht man Musik!

Die zweite Full-Length der Dänen, die sich dann doch lange zehn Jahre Zeit gelassen hat, ist vollgepackt mit druckvollen Tracks, die durch Melodien, die sich sofort in die Gehörgänge krallen, anständig Wiedererkennungswert mit sich bringen und somit einzeln für sich selbst stehen. Treibende Rhythmik, sowohl durch Drums, Gitarren-Riffing und auch oftmals sehr punktierte Vocals unterstützen den stampfenden Druck, der allgegenwärtig auf "Brain Bleeder" vorherrscht und die 13 Songs immer wieder auffrischt, noch mehr Sturm in den Release treibt und die zwischendurch eingängig-melodisch durchgesungenen Parts ablöst. Diese punktgenau dosierte Mischung kann so einiges! 

So findet man nach dem Intro den direkten Einstieg in das wuchtig und stampfend durchgehauene "Suffer", das mit dem brachialen Einstieg und dem melodischen Refrain das Markenzeichen von PHONOMIK abstempelt, denn auch stimmlich wird hier ordentlich niedergewalzt, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Die manchmal fast schon verträumten und entschleunigten Zwischenparts gehören ebenfalls zu PHONOMIKs Verständnis von Songwriting wie auch die vokale Mischung zwischen brachialer Power, schönen Clear Vocals und den massigen, sprechgesang-angelehnten Staccato-Passagen. Ein wenig lyrisch-leidender und im Tempo zurückgenommener schlägt dann "Catatonic Overload" zu Buche, auch wenn hier gescreamte Anteile nicht fehlen dürfen. Anfangs als Balladenbremse getarnt, ist "Catharsis" alles andere als das, kommt lediglich vielschichtiger, stärker und abwechslungsreicher aufgebaut daher. Hier wird nämlich zwischenzeitlich ordentlich durchgestampft, während man dann zur Beruhigung das Gitarren-Riffing etwas zurückschraubt und lediglich Rhythmik und Melodielinien arbeiten lässt und, um die fünf Minuten Song noch interessanter zu gestalten, einen Hauch Prog dazwischen bastelt. Großartig kraftvoll stampft man anschießend durch "Lucid For You", muss sich dabei unweigerlich einem bilderbuchhaften Mitfeier-Song stellen. Mit "Reborn" outet sich hier nun endgültig der Prog-Anteil der Herrschaften, soll aber nicht heißen, dass irgendetwas an Druck oder Power verloren geht.

 

"God´s Pimp", eines der Aushängeschilder des Albums, rammt dann endgültig alles ungespitzt in den Boden, bietet im Refrain aber erneut einen gut platzierten Ohrwurm, ehe "Forever Undone" noch einmal eine ordentliche Scheibe Speed und einen angemessen ausgedehnten Platz für instrumentale Solo-Tätigkeit bietet. Fast schon entschleunigend wird man anschließend mit hohem Melodie-Anteil und viel rhythmischer Spielerei den "Trench Tales" vorgestellt, ehe man in den kraftvollen und progressiven Midtempo-Track "Brain Bleeder" eingeführt wird. Das Halbballadenniveau lassen sich PHONOMIK allerdings nicht lange bieten, denn mit "Dead Embrace" geht es dann wieder in die ziemlich groovigen - zumindest Halb - Vollen. Mit "Murder" wird uns dann auch ein Track vorgestellt, den die Fünflinge für einen dänischen Kurzfilm geschrieben haben. Den Abschluss bestreitet dann ein großartig arrangiertes Cover von "Rebel Yell", das sich tatsächlich hören lassen kann. 

PHONOMIK befeuern all ihre Songs mit demselben soundtypischen Stempel und sind dabei dennoch in Komposition und Arrangement so abwechslungsreich und kurzweilig, dass die 13 Songs auf "Brain Bleeder", die meistens an die fünf Minuten vorbringen, in keiner Weise irgendwelche Längen hervorbringen. Jede Minute ist ein Hörgenuss, die Power, gemischt mit der hochwertigen musikalischen Machart und der großartig durchgearbeiteten Rhythmik schlägt ein wie eine Bombe. Und die Explosion ist alles andere als schnell vorbei. Ein Muss für das CD-Regal. 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (11.07.2020)

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