VAMPIRE - Rex

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VÖ: 19.06.2020
Bandinfo: VAMPIRE
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Album Nummer Drei der Göteborger Fünf-Mann-Truppe VAMPIRE und man greift aber wirklich ganz weit in die 80er zurück. Düsterer Heavy Metal der sich eng an die frühen SLAYER anschmiegt, etwas WATAIN in ihrer großen Zeit - hier vor allem der Gesang - hailed, ab und an kleines bisschen DISSECTION und ein wenig Speed Metal aus den glorreichen Zeiten des schnellen Stahls werden hier in die frühen 20er Jahre geparkt. Das alles sauber gespielt und mit passendem Sound zelebriert, doch dieses blasphemische Rund vermag mich nicht in die Stimmung zu bringen, dass ich ins Freie sprinte und jedes sich mir präsentierende Kreuz auf den Kopf stelle.

Das Cover ist schon sehr geil und macht sich in der Vinyl-Version sicher schmuck im Regal, allein die Musik vermag nicht, sich in den Neocortex vorzukämpfen. Dabei würden die Zutaten passen. Schöne Twin-Leads, ein natürlicher Drumsound und Sänger Hand Of Doom wettert WATAIN-ähnlich gegen Gott, Mutter und Vaterland. Mit 39 Minuten Länge wären wir sogar an meinem Ideal. 

Es kommt selten vor, dass sich zehn Songs in dieser nicht grade überbordenden Albumdauer immer wieder mächtig ziehen können. Das Songwriting kann man als überschaubar erfolgreich ansehen, es wirkt wie eine Gemengelage an Riffs die irgendwie aneinandergereiht wurden. Wie der Deaf Forever-Kollege hier von einem Album schreiben kann, bei dem man bei jedem zweiten Song DISSECTION heraushört, ist mir ein Rätsel. [Anm. d. Lekt: Shots fired.] Ein, zwei Passagen mögen es sein, das war es dann aber auch schon mit Jon-Worshipping. Aber man will ja den papierenen Kollegen nichts unterstellen.

VAMPIREs "Rex" ist ein kompetent eingespieltes Album, im Bauschema der Songs hapert es aber gewaltig. Die Songs sind einfach da und werden auch nicht größer, besser, eingängiger. Ganz im Gegenteil, man hört immer wieder ein fetziges Riff und denkt, jetzt geht's Jahwe an den Kragen, nur um dann mit voller Beflaggung in den Hafen der Belanglosigkeit einzufahren.

Ein höchst merkwürdiges Werk. Es wäre alles da, was mir am Metal gefällt, nur die Umsetzung ist völlig danebengegangen... Dudes, damit wird trotz Printpresse-Push wohl nicht der Durchbruch gelingen.

 



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (14.06.2020)

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