LAMB OF GOD - Lamb Of God

Artikel-Bild
VÖ: 19.06.2020
Bandinfo: LAMB OF GOD
Genre: Thrash Metal
Label: Nuclear Blast Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Dass man sich in den heutigen so schnelllebigen Zeiten erst mal fünf Jahre Zeit nimmt, um ein neues Album herauszubringen, ist wohl eine Seltenheit – LAMB OF GOD können sich diesen Luxus aber wohl leisten, nachdem ihre Scheiben fast durchgängig auf den obersten Plätzen der Charts landen. Nach dem letzten, 2015 erschienen (und in der Diskografie der Band eher vernachlässigbaren) Album „VII: Sturm und Drang“ wurde seitdem nur die EP „The Duke“ herausgebracht (übrigens nicht um des schnöden Mammons willen, sondern Geld für Leukämiekranke zu sammeln – Respekt!). Aber das Warten hat sich gelohnt: LAMB OF GOD präsentieren sich auf der aktuellen, selbstbetitelten Scheibe so stark wie eh und je. Die auf „VII: …“ zum Großteil vermissten Riffs zwischen Thrash Metal und Southern Rock-Einflüssen sind auf „Lamb Of God“ wieder durchgehend präsent – die beiden Gitarreros Mark Morton und Willie Adler haben mal wieder ganz tief in die Trickkiste gegriffen.

Das merkt man gleich am unglaublich intensiven Einstieg „Memento Mori“, das nahtlos das Bindeglied zum Klassiker „Resolution“ bildet, mit dieser unnachahmlichen Mischung aus Höllen-Groove und Düsternis, von Randy Blythe nochmal stimmlich auf den Höhepunkt gebracht. Und damit nicht genug der Hammer-Riffs: was die Jungs auf „Checkmate“, „Poison Dream“, „Gears“ so bringen, dafür würden andere Bands ihre Großmütter, Tanten und kleinen Geschwister verkaufen. LAMB OF GOD schaffen es dabei, Einflüsse aus der gesamten Band-Karriere mehr oder weniger offensichtlich einzubringen: von den Punk-Frühzeiten (noch als BURN THE PRIEST) bei „Routes“ (wo TESTAMENT-Fronter Chuck Billy dem Song nochmal einen Schub in die Thrash-Richtung gibt) über die progressivere „Ashes Of The Wake“-Schiene („Resurrection Man“) hin zu den knackigen Riffs der „Wrath“-Zeit („Checkmate“) und am Schluss zu den episch-düsteren letzten Alben („New Colossal Hate“). Und als Tüpfelchen auf dem I kommen dann noch die Refrains dazu, wo sich Randy Blythe mal wieder selbst übertrifft, und die sich bei jedem Hören mehr ins Hirn brennen und die Songs von einem guten zum hervorragenden Level heben.

Viel bleibt also nicht zu meckern über bei „Lamb Of God“ – höchstens ein bis zwei Songs die nicht ganz das Niveau vom Rest erreichen („Reality Bath“, „On The Hook“), das ziemlich unnötige Feature von HATEBREED-Jamey Jasta bei „Poison Dream“ (passt nicht dazu und bremst den Song), und ein bisschen merkt man auch das Fehlen von Chris Adler an den Drums – der Neue (Art Cruz) macht seine Sache eh sehr ordentlich, aber Adlers unverkennbaren Spielstil vermisst man dann doch etwas. Trotz dieser kleinen Schwächen ist „Lamb Of God“ ein echter Kracher - LAMB OF GOD haben es diesmal geschafft, die unterschiedlichen Einflüsse die sie zu unterschiedlichen Zeiten geprägt haben in eine Form zu pressen. Es ist wohl nicht die beste Scheibe der Amis („Resolution“ hat sich da mit der Zeit den Thron erkämpft), kommt aber verdammt nahe dran.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (16.06.2020)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Enslaved - Utgard
ANZEIGE